Behindern Leakage-Probleme die 65-nm-Produktion von AMD?

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Charlie Demerjian vom britischen Inquirer hat ausgespäht, woran die anhaltenden Verzögerungen wohl liegen. Und eine plausible Erklärung gefunden – da läuft was aus.

Wer fragt sich nicht, wo die versprochenen neuen 65-nm-Chips von AMD bleiben, insbesondere die in der Gegend von 2,6 GHz und mehr. Ein investigativer AMD-Experte meint, das Problem heißt Leakage, also Leckströme des Mikroprozessors.

Die sollten möglichst gering sein. Sind Leakage und damit Stromaufnahme zu hoch, dann müssen die betreffenden Chips aussortiert werden. Sie werden binned, was jetzt aber nicht im wörtlichen Sinne heißt, dass sie über Mülltonnen entsorgt würden. Vielmehr werden die Chips mit höheren Leakage-Werten nur für geringere Taktung freigegeben. Downbinned bedeutet, ein Chip kommt in eine geringerwertige Tonne und muss für weniger Geld mit geringerer Taktung an den User gebracht werden.

Aus einem AMD-Dokument (PDF) geht offenbar hervor, dass Leakage mehr oder weniger der entscheidende Faktor für das Binning der 65-nm-Produkte ist. Der Energieverbrauch ist der entscheidende Faktor, der das massenhafte Anlaufen des neuen Produktionsprozesses noch immer verhindert.

So lange die Firma das nicht in den Griff bekommt, wird sie nicht die mit der 90-nm-Herstellung erzielbaren Taktraten erreichen oder übertreffen können. Das wiederum hat ziemlich unangenehme Auswirkungen für die Markteinführung des Barcelona und AMD im allgemeinen.

Sollte AMD die Herstellungsprobleme in den Griff bekommen, dann wird die Firma wirklich gute 65-nm-Teile liefern können. Die Frage ist nur, wann wird das passieren? Wenn überhaupt.

(von Charlie Demerjian/bk)

Inquirer UK