Tuning-Tool SpeedMAXX
Daneben optimiert

BetriebssystemKomponentenWorkspace

Und wieder haben wir ein Tuning-Tool gefunden, das zeigt, dass man Windows nicht einfach auf Knopfdruck beschleunigen kann.

Kein Performance-Gewinn

Tuning-Tool SpeedMAXX

Der Systemoptimierer SpeedMAXX soll genau dann zum Einsatz kommen, wenn Windows nach wenigen Wochen im Betrieb spürbar langsamger wird. Damit trifft Hersteller Tewi zwar den Nerv fast aller geplagten Windows-Nutzer, das Tool schafft es aber nicht einmal im Ansatz, die Bremsen zu lösen.

Der Anwendungs-Benchmark Content Creation Winstone zeigt nach umfangreichem Einsatz von SpeedMAXX auf zwei Testsystemen keinen messbaren Leistungsgewinn. Programme laufen also nach der Spezialbehandlung des Tuners nicht schneller. Die Überraschung: Auch beim Test mit einem völlig verwahrlosten System hilft das Programm beim Optimieren nicht weiter. Der Nutzer muss schon vorher wissen, dass es sinnvoll ist, die Festplatte zu defragmentieren; das geht aber auch ohne SpeedMAXX ganz einfach. Die Bedienung ist nicht sehr einsteiger-freundlich, die Tester vermissen Analyse-Wizards und umfangreiche Hilfestellungen.

Das Tool soll neben Windows 2000 und XP jetzt auch mit Vista funktionieren. Vista-Ready sieht aber anders aus: Beim Start unter einem Benutzerkonto mit UAC (User Account Control) meckert SpeedMAXX über fehlende Adminrechte für Registry-Operationen. Abhilfe schafft hier nur das Ausschalten von UAC oder das Ausführen per Kontextmenü als Admin. Neue Vista-Funktionen wie etwa den geschützten Modus im Internet Explorer oder die erweiterten Backup-Möglichkeiten ignoriert das Programm einfach. SpeedMAXX läuft also unter Vista, besonders gut angepasst ist es aber nicht.


Kaum brauchbare Tweaks

Tuning-Tool SpeedMAXX

Alle Optimierungsvorschläge müssen User einzeln auswählen; durchdachte Voreinstellungen gibt es nicht. Außerdem fehlt den Testern eine Möglichkeit einmal gemachte Einstellungen abzuspeichern und zu exportieren.

Von den über 100 vollmundig angekündigten Windows-Tweaks sind gerade mal ein Drittel brauchbar, den Rest können auch wenig Geübte per Hand einstellen. Profis werden nicht viel Neues finden ? die Konkurrenz, etwa X-Setup oder die Tune up Utilities, bietet hier wesentlich mehr Funktionen. Unter dem Menüpunkt Windows Sicherheit finden sich aber doch noch nützliche Optionen: User können an dieser Stelle den Zugriff auf die Systemsteuerung verbieten oder den Aufruf des Registrierungseditors verhindern.


Bild: Unter Windows Sicherheit verbieten Nutzer den Zugriff auf systemkritische Einstellungen.

Durch Klasse überzeugt SpeedMAXX nicht, aber auch nicht durch Masse: Für Firefox gibt es gerade sechs magere Einstellungen; wer schon mal about:config in die Browser-Zeile getippt hat, kann hier nur müde lächeln. Und es kommt noch dicker: Die 41 angeblich undokumentierten Tuning-Schrauben für den Internet Explorer sind nicht wirklich geheim. Die meisten können über Gruppenrichtlinien zugeschaltet werden.

Die klar gegliederte Oberfläche stellt die Hauptfunktionen, etwa Optimieren und Datensicherung, mit einem eigenen Menüpunkt übersichtlich dar. Mit dem Punkt RAM defragmentieren ist der Hersteller aber einer altbekannten Tuning-Mär aufgesessen ? das bringt schlicht gar nichts. Im schlimmsten Fall bremst man sogar sein System aus, denn man kann das Programm anweisen, immer einen festen Anteil Speicher freizuschaufeln. In der Praxis fängt Windows dann schon mal mit dem Auslagern an, obwohl noch genug RAM im System steckt.


Bild: Die Defragmentierung von Arbeitsspeicher bringt rein gar nichts, ja kann das System sogar ausbremsen.


Fazit

Tuning-Tool SpeedMAXX

SpeedMAXX bietet insgesamt zu wenig und leistet sich einige Patzer, die an der Qualität zweifeln lassen.

SpeedMAXX
Hersteller: Tewi Publishing GmbH
Internet: www.tewi.info
Preis: ca. 25 Euro

Note: ausreichend
Leistung (40%): mangelhaft
Ausstattung (30%): ausreichend
Bedienung (30%): befriedigend

Das ist neu
Lauffähig unter Vista
Einstellungen für Firefox
Einstellungen für Security

Systemvoraussetzungen
Betriebssysteme: Windows 2000/XP/Vista
Prozessor: Pentium 4/2 GHz
Arbeitsspeicher: 256 MByte