Mobile Musik ein Flop?

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Die Musikindustrie wachte aus ihrem Fiebertraum auf und konstatierte gerade: dicke Kohle ist mit mobiler Musik nicht zu machen. Ach!

Nach dem UMTS-Flop und der bestimmt auch noch verendenden Mobile-TV-Euphorie platzte nun offenbar die Seifenblase einer Gesundung der angeschlagenen Musikindustrie am fröhlich dudelnden Multimedia-Handy. “Für die vergangenen zwei Jahre hatten wir größere Erwartungen gehabt”, gab Ulrich Järkel, Leiter Digital & New Business Development bei Sony BMG Music Europa, resignierend zu Protokoll. Letzte hoffende Blick richten sich gen Schweden, wo der mobile Musikdienst MusicStation vor einem Monat vielversprechend startete. Indes sind die digitalen Musikverkäufe – online und mobil – noch weit davon entfernt, die Rückgänge im klassischen Musikmarkt (CD, DVD, Platte) wett zu machen. Ein Akteur wie Järkel gibt immerhin zu, dass mangelnde Innovationen und zu hohe Kosten für die Kunden zu dieser Entwicklung geführt hätten.
Sony BMG will aber noch nicht aufgeben und diskutiere derzeit mit Providern und Handyherstellern über geeignete Abo-Modelle wie einer Pauschalrate, wo beim Handy-Abo bereits eine fixe Anzahl an Musikdownloads pro Monat enthalten sei.
MusicStation wurde übrigens vom britischen Mobilfunkdienstleister Omnifone erfunden. Um Marktführer Apple iTunes etwas entgegensetzen zu können, wird MusicStation von den vier größten Musikverlagen, dem Großteil der Handyhersteller und 30 internationalen Netzbetreibern unterstützt. Welcher deutscher Provider MusicStation hier einführen wird, verriet Omnifone bislang nicht. T-Mobile dementierte die Zusammenarbeit mit der Plattform. Wohl auch deshalb, weil T-Mobile sich als iPhone-Partner Chancen ausrechnete. (rm)

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