MyVideo bringt Homosexuelle auf die Palme

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INQ_MyVideoSchwul.jpgDem deutschen Videoportal MyVideo stehe eine Strafanzeige wegen Volksverhetzung ins Haus. Auslöser sind angeblich schwulenfeindliche Videos.

Grünen-Parlamentarier Volker Beck erstattete die Anzeige. Der Vorwurf bezieht sich konkret auf ein Musikvideo der Rapper G-Hot und Die Kralle (aka Boss A), in dem laut Beck zur Gewaltanwendung gegen Homosexuelle und ihrer Vertreibung aufgerufen werde. Im Song “Keine Toleranz” heiße es etwa, man solle “ihnen den Schwanz abschneiden – keine Toleranz, wir dulden keine Schwuchteln”. Das Video ist vom Portalbetreiber inzwischen blockiert worden.
Zu Wort meldete sich bei der Gelegenheit das schwul-lesbische Internetportal ComingOutHelp, das MyVideo Zensur von homosexuellen Inhalten vorwirft. “Nach deutschem Recht vollkommen jugendfreie Inhalte werden auf MyVideo erst ab 18 Jahren freigegeben, während vergleichbare oder härtere heterosexuelle Inhalte als für alle Altersgruppen geeignet eingestuft werden”, beschwert sich Michael Krebs, Betreiber von ComingOutHelp.
Die MyVideo-Betreiber versuchen sich von den Plattforminhalten zu distanzieren, indem sie die eBay-Masche fahren und sich für die Inhalte “nicht verantwortlich” erklären. Juristisch gesehen sei das aber nicht richtig, betont Politiker Beck.
Nicht zum ersten Mal wird ein Online-Portal mit dem Vorwurf, rassistisch oder minderheitenfeindlich zu sein, konfrontiert. Das Studentennetzwerk StudiVZ geriet Ende vergangenen Jahres in Verdacht, rechte Gruppen zuzulassen. Und auf MySpace sollen Seiten von Lesben und Schwulen gelöscht worden sein.
MyVideo ging übrigens im April 2006 als erste deutsche Videoplattform online. Laut Nielsen/Netratings kam MyVideo im Mai auf 4,05 Millionen Unique Visitors, während YouTube 5,12 Mio. Unique Visitors schaffte. (rm)

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