Microsoft streicht GPLv3-Software aus Patentabkommen

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Microsoft will um jeden Preis die Konsequenzen der neuen Open-Source-Lizenz vermeiden. Im Patentabkommen mit Linspire wurde jede Software explizit ausgeschlossen, die unter der GPLv3 steht.

Das geht aus einem von Microsoft veröffentlichten Dokument hervor, das das Datum des 5. Juli 2007 trägt, aber erst jetzt die verdiente öffentliche Aufmerksamkeit erregte. Microsofts Zusicherung, Linspires Kunden nicht wegen der Verletzung angeblicher geistiger Microsoft-Besitztümer zu verklagen, gilt demzufolge ausdrücklich nicht für GPLv3-lizenzierte Software.

GPLv3-Software steht dabei in einer Ausschluss-Liste zwischen so verdächtigen Sachen wie „Foundry Software“, „Clone Software“ sowie anderen „ausgeschlossenen Produkten“. Damit verbunden sind höchst komplexe und umfassende juristische Definitionen aller Software-Varianten, die nicht vor Microsofts Klagedrohungen geschützt sein sollen. Es liest sich, als könnten selbst spezialisierte Anwälte nicht mehr erkennen, was der versprochene Patentschutz überhaupt noch bringen soll.

Sieht so aus, als hätte Linspire ganz umsonst das Schutzgeld an die Borg entrichtet. Und eine Linux-Edition wie Linspire wird an Software, die unter der GPLv3 steht, ohnehin nicht vorbeikommen.

(bk)

Inquirer UK

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