Britische Polizei spielt Big Brother

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Millionen Autofahrer sind im Visier. Die Polizei will die Daten tausender Kameras mit automatischer Nummernschilderkennung in Echtzeit auswerten.

Die neue britische Innenministerin Jacqui Smith pfeift auf Datenschutz und Privatsphäre. Sie gab grünes Licht für den Plan, die Daten der Verkehrskameras ohne jede Einschränkung zu nutzen. Natürlich, um „potenzielle Terroristen aufzuspüren“. Das hätte auch von Amokfahrer Schäuble kommen können, der vermutlich gerne noch Laserkanonen in die Kameras einbauen ließe.

Das britische Innenministerium meint außerdem, wie aus einem versehentlich enthüllten Dokument hervorgeht, dass die Polizei die Kameradaten – die Nummernschilder aller vorbeifahrenden Autos können gelesen und gespeichert werden – „für alle Zwecke der Kriminalitätsbekämpfung“ benötige.

Shami Shakrabarti von der britischen Bürgerrechtsorganisation Liberty: „Es ist eine Sache, in der Öffentlichkeit besondere Maßnahmen zu fordern, um die ernste Gefahr des Terrorismus zu bekämpfen. Doch wenn daraus ein Trojanisches Pferd wird zum massenhaften Schnüffeln für unbedeutendere Angelegenheiten, dann kann das nur zu einem Vertrauensverlust in die Regierung führen.“

(bk)

Inquirer UK

Guardian