Wenn der Blitz den iPod trifft

Allgemein

Notärzte berichten von schweren Verletzungen, die sich iPod-Hörer im Gewitter zuzogen.

Einen traf es beim Rasenmähen vor seinem Haus in Colorado, während er Metallica hörte. Er erlitt Verbrennungen durch die iPhone-Kabel an beiden Gesichtsseiten sowie eine hässliche Verbrennung an seiner Hüfte, an der sich die Tasche mit dem iPod befunden hatte. Den Körper entlang zieht sich außerdem noch eine „üble Linie“, obwohl das iPod-Kabel außerhalb seines T-Shirts zu den Ohren geführt hatte. Jason Bunch hat noch immer leichte Hörbeschwerden, obwohl bereits zwei Operationen zur Wiederherstellung seiner gerissenen Trommelfelle durchgeführt wurden. Seine Mutter hält es für ein Wunder, dass er überhaupt überlebte.

Einen 39-jährigen kanadischen Zahnarzt traf es noch härter. Er joggte während eines Sturms, als der Blitz einen nahen Baum traf. Der Blitz sprang zu ihm über, schleuderte ihn ein paar Meter hoch und verursachte Verbrennungen zweiten Grades auf seiner Brust und seinem linken Bein.

Der elektrische Strom hinterließ Verbrennungslinien von der Stelle, an der der iPod an seiner Brust befestigt war, bis zu seinem Nacken. Er zerriss beide Trommelfelle, kugelte kleine Ohrknochen aus, die den Schall übertragen, und brach den Kiefer an vier Stellen.

Entgegen urbanen Legenden ziehen elektronische Geräte wie der iPod den Blitz nicht an, wie es etwa von großen Bäumen oder Lichtmasten bekannt ist. Doch wenn der Blitz einen Menschen erreicht, kann er für besonders schwere Verletzungen sorgen. Dr. Mary Ann Cooper vom American College of Emergency Physicians:

„Es schlägt ein, wo es einschlägt. Aber wenn der Blitz auf Metall trifft, dann leitet das Metall die Elektrizität.“

Springt ein Blitz von einem nahen Objekt auf einen Menschen über, muss das noch nicht zwangsläufig zu erheblichen Verletzungen führen. Trifft es aber einen iPod-Träger, dann liebt es der Blitz, seine elektrische Ladung über die Kopfhörerkabel zu schicken und die Trommelfelle mit einigen Millionen Volt zu kitzeln.

Eine Apple-Sprecherin weigerte sich wie immer, überhaupt etwas zu sagen.

(von Nick Farrell/bk)

Linq

Sidney Morning Herald