Microsoft: Was geht uns die GPLv3 an?

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Die neue Open-Source-Lizenz könnte sich als trojanisches Pferd in der Borgosphäre erweisen. Davon will Microsoft aber nichts wissen.

Diese Zwickmühle ist durch das Patentabkommen zwischen Microsoft und Novell entstanden, in dessen Rahmen Microsoft Support-Zertifikate für Novells Linux-Distribution verkauft. Und immerhin schon rund 50.000 davon umgesetzt hat. Den Formulierungen der GPLv3 zufolge ist Microsoft daher an der Weitergabe von Freier Software beteiligt, gar ein richtiger Linux-Distributor, und geht entsprechende Verpflichtungen ein – und dazu gehört es auch, niemals Patentansprüche gegenüber Linux-Anwendern geltend zu machen. Damit wäre allem FUD mit vagen patentrechtlichen Drohungen durch Ballmer & Co ein Ende gesetzt.

Hat keinerlei gesetzliche Grundlage, erklärte nun Microsoft, und wir haben doch gar keinen Vertrag mit euch unterschrieben. Aber so richtig geheuer ist ihnen die Lage doch nicht. Die Novell-Zertifikate sollen sich zunächst nicht auf Software beziehen, die unter der GPLv3 stehen.

Je mehr GPLv3-Software in Novells Linux-Distribution einzieht, desto weniger wird sich das halten lassen. Microsoft will dann prüfen, ob die Gültigkeitsbereiche der Zertifikate zu erweitern sind. Noch ein Schritt vor – die GPLv3-Falle ist gestellt.

(bk)

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