MPAA stellt Piratenfallen

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Hollywoods Lobbytruppe ist unter die Fallensteller gegangen. Sie täuscht Tauschbörsen vor und schleust Spyware auf den PC.

Die Motion Picture Association of America will die Tauschbörsen vernichten, hat aber selbst ein paar eingerichtet. Diese Angebote sind als „Honigfallen“ gedacht, um arglose Nutzer ins Verderben zu locken. Wenn jemand einloggt, speichert die MPAA die IP-Adresse und klagt ihn ins Armenhaus.

Die Sites wurden von einem MPAA-Laden namens Media Defender eingerichtet. Eine der Sites wurde als MiiVi.com identifiziert. Sie verfügte über eine Benutzer-Registrierung, ein Forum sowie einen „Familienfilter“, bot den Download vollständiger Filme an. Sie warb mit „schnellen und einfachen Video-Downloads von einer großartigen Site“.

Die Site drängte eine Software auf, die angeblich das Herunterladen beschleunigen sollte. Tatsächlich durchsuchte sie den Computer nach anderen urheberrechtlich geschützten Dateien und berichtete das zurück zu den MPAA-Anwälten.

Laut tech.blorge ergab eine Whois-Anfrage, dass MiiVi für Media Defender registriert wurde. Kurz danach wurden die Angaben bei der Registrierstelle geändert. Als Adresse wurde jedoch weiterhin die von Media Defender angegeben: 2461 Santa Monica Blvd., D-520 Santa Monica, CA 90404. Nach der entdeckten Media-Defender-Verbindung dauerte es keine zehn Stunden, bis die Site wieder vom Netz genommen wurde.

Die Fallenstellertricks der Urheberrechts-Verfolger sind juristisch zweifelhaft. Doch die MPAA setzt vermutlich darauf, dass die meisten Betroffenen sich auf eine außergerichtliche Einigung einlassen – und zahlen.

(von Nick Farrell/bk)

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