AMD über-schätzt die Barcelona-Benchmarks

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Der Chiphersteller wirbt mit geschätzten Leistungen seiner kommenden Quad-Core-Chips. Und übertreibt dabei mehr als üblich.

Nicht, dass diese Art von Benchmark-Tricksereien nicht branchenüblich wäre und sich Intel nicht schon ähnlich betätigt hätte. Doch AMD hielt es offenbar für nötig, die eigenen Statistiken noch weit mehr als üblich zu fälschen. So sehr, dass dem technischen Leiter von ZDnet richtig der Hut hochging. George Ou schrieb in seinem Blog „Real World IT“:

„Diese neueste Runde irreführender Benchmarks ist so ungeheuerlich, dass es kriminell ist.“

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Zu einer solchen Wortwahl kommt ein erfahrener Journalist mit guten Detailkentnissen sicher nicht aus einer Laune heraus.

AMD rechnet sich für den kommenden Barcelona einen 20-prozentigen Leistungsvorsprung gegenüber Intels Xeons aus. Dabei lassen die Benchmarks jedoch schnellere Intel-Chips außen vor und basieren auf Barcelona-Prozessoren mit 2,6 GHz, die irgendwann einmal kommen sollen. Tatsächlich wird der schnellste Barcelona zum Start im September mit 2 GHz getaktet sein.

AMD lässt damit absichtlich Intels beste Werte aus, ignoriert Intels beste Chips, die bereits seit Monaten erhältlich sind. Dafür setzt AMD theoretische Barcelona-Scores von Produkten ein, für die es noch nicht einmal ein Lieferdatum gibt. Ou kommt zu einer glasklaren Schlußfolgerung:

„Barcelona wird nicht der Intel-Quad-Core-Killer sein, den AMD schon lange versprochen hat, und er wird dem nicht einmal annähernd entsprechen.“

Sitzt noch jemand auf AMD-Aktien?

(von Wily Ferret/bk)

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ZDnet

AMD: „Barcelona“ Performance