Kassenschlager oder Ladenhüter?
iPhone-Erfolg Zahlenspiele und Geschrei

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Zwar hat die Aussicht auf das iPhone Apples Aktienkurs ein ums andere Mal beflügelt. Doch zahlreiche Analysten äußern sich eher zurückhaltend, was den Erfolg des Gerätes angeht.

Für und Wider der Technik

Kassenschlager oder Ladenhüter?

Schon einmal rollte Apple einen Markt quasi im Alleingang auf, gegen das Team aus iPod und iTunes kommen andere Audioplayer und Musikshops kaum an. Dass nun jedoch das iPhone den Mobilfunkmarkt revolutioniert, gilt als eher unwahrscheinlich. Denn dieser ist hart umkämpft und wird von starken Konzernen dominiert. Die machen sich denn auch recht wenig Sorgen ob des neuen Konkurrenten ? die 10 Millionen iPhones, die Apple-Chef Steve Jobs bis Ende 2008 verkaufen will, dürften seinen Kollegen von Nokia, Motorola und Sony Ericsson allenfalls ein müdes Lächeln entlocken. Zum Vergleich: Nokia verkaufte 106 Millionen Geräte allein im vierten Quartal des vergangenen Jahres.

Dass das iPhone bei Musikfreunden und Apple-Fans gut ankommt, gilt dagegen als sicher. Es ist schmuck, löst sich von verkrusteten Bedienkonzepten und kombiniert erfolgreich Mobiltelefon und iPod in einem Gerät. Es kann eine Menge, und doch wird gerade am Funktionsumfang immer wieder Kritik geübt. Vor allem die Internet-Verbindung ist eher lahm, so dass schon spekuliert wird, Apple würde bereits Anfang 2008 ein Nachfolgemodell mit UMTS präsentieren. Ein solches hätte dann auch in Deutschland mit seinem gut ausgebauten UTMS-Netz weit bessere Chancen.

Ohnehin bieten andere Smartphones zum Teil ausgefeiltere Funktionen. Im Vergleich zum Nokia N95, das mit einem GPS-Sensor und Navigationssoftware ausgestattet ist, ist die Routenplanung des iPhones via Google Maps wenig zielführend. Und auch die Kamera kann mit denen aktueller Fotohandys nicht mithalten: kein Blitz, kein Zoom, keine Videofunktion. Office-Dateien, die per Mail kommen, zeigt das iPhone zwar an. Bei aktuellen Smartphones ist es allerdings auch möglich, diese zu bearbeiten.

Zudem schließt man durch die Bindung an einen einzigen Mobilfunkanbieter zahlreiche Nutzer aus, die nicht wechseln wollen ? oder nicht können, weil sie noch in ihrem Vertrag festsitzen.


Zähes Online-Surfen beim iPhone

Kassenschlager oder Ladenhüter?

Die ersten US-Medien konnten das iPhone bereits begutachten und sind im großen und ganzen zufrieden mit dem Gerät. Es sei robust, ließe sich gut bedienen und der Akku halte recht lang durch, urteilt man. Kritik muss sich allerdings die einblendbare Bildschirmtastatur gefallen lassen, die vom Engadget-Weblog bereits als »enttäuschend« bezeichnet wird. So muss man recht kräftig auf das Display drücken, und das von Apple angepriesene Schreiben mit beiden Daumen führt meist zu mehrfachen Tastendrückern.

Dazu kommt, dass man die Tasten anders als bei einer richtigen Tastatur nicht fühlen und daher keineswegs blind schreiben kann. Und das Wörterbuch scheint bislang nicht allzu umfangreich zu sein und nur einfach Worte zu kennen – bei Korrekturvorschlägen und der Wortvervollständigung ist es daher nur selten hilfreich.

Der Tester der USA Today bemängelt zudem den Kopfhöreranschluss. Den hat Apple nämlich so gestaltet, dass sich Standard-Kopfhörer nicht anschließen lassen – beziehungsweise nur mit einem Adapter. Online macht sich das iPhone ordentlich, auch wenn die Datenübertragung oft nur sehr zäh vonstatten geht und Unterstützung von Formaten wie Flash, Windows Media oder Real Media fehlt.