Jobs: Wir haben vielleicht zu wenig iPhones

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Am ersten Verkaufstag zieht Apples oberster Evangelist noch einmal alle Register der Verkaufsförderung. Und erklärt, warum die Käufer nicht einmal UMTS bekommen.

In dieser Semana Santa gewährten die Chefs von Apple und AT&T dem Wall Street Journal ein gemeinsames Interview. Als erstes zog Jobs die Nummer „Solange Vorrat reicht“ ab. Apple hätte den Bedarf vielleicht unterschätzt und nicht genug iPhones „hergestellt“, argumentierte Steve Jobs und erklärte: „Wir haben Fabriken gebaut, um diese Dinger herzustellen, und all das.“

Apples Fabriken? Was für Fabriken?

Auf die Frage nach der fehlenden UMTS-Fähigkeit des iWunders antwortete er ziemlich gewunden: „Wie Sie wissen, bekommen alle BlackBerrys (von AT&T) die Mails über EDGE. Es hat sich gezeigt, das EDGE großartig ist für E-Mail, und es ist auch gut für Straßenkarten und eine Menge anderes Zeug. Ein bisschen mehr Geschwindigkeit wünscht man sich vielleicht … bei einem Web-Browser. Da macht es Sinn, EDGE mit WLAN zu kombinieren, weil WLAN viel schneller ist als jedes 3G-Netzwerk.“

Seine weiteren Erklärungen verdeutlichen dann aber den Unterschied zwischen Jobs’ täglicher kalifornischer Umgebung und dem Rest der Welt: „Die meisten von uns haben die meiste Zeit WLANs um uns herum, zu Hause und bei der Arbeit. Man kann sogar oft ein WLAN-Netzwerk nutzen, während man in einem Café sitzt oder sogar, während man die Straße entlang schlendert und einfach huckepack das WLAN-Netzwerk eines anderen benutzt. Wir wir herausgefunden haben, funktioniert diese Kombination wirklich gut.“

Wie unsicher oder sogar illegal die Nutzung fremder WLANs sein kann, vergaß er dabei zu erwähnen. Und warum gab’s nun kein UMTS, Steve?

„Als wir uns UMTS ansahen, waren die Chipsets noch nicht ganz ausgereift in der Hinsicht, dass sie für uns nicht genügsam genug mit dem Strom umgingen. Sie waren nicht integriert genug, daher nahmen sie zu viel Platz ein. Irgendwann werden diese Kompromisse sicherlich mehr in Richtung UMTS tendieren. Aber wir glauben, dass wir für heute eine verdammt gute Entscheidung getroffen haben.“

Angesichts der vielen, inzwischen auch sehr kompakten UMTS-Handys im Markt hören sich diese Entschuldigungen doch reichlich lahm an. Die Entscheidung gegen die schnelleren 3G-Datenverbindungen dürfte eher mit dem für Apple lukrativen Exklusiv-Deal mit AT&T zu tun haben, und dieser Mobilfunkbetreiber hat eben nur EDGE und kein schnelleres 3G-Netz ausgebaut.

Vor allem aber: Das „irgendwann“ klingt, als wolle Apple den Fehler wiederholen und auch bei der europäischen Markteinführung auf UMTS verzichten.

(Newsdesk Inquirer/bk)

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