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Nur Steintafeln halten ewig
Digitale Amnesie
Backups im Unternehmen: Server-Festplatten
Nur Steintafeln halten ewig
Fileserver setzten lange Zeit ausschließlich auf die Schnittstelle Ultra 320 SCSI. Das bewährte SCSI ist schnell und gilt bei vielen Unternehmen noch als die zuverlässigste Lösung für den Dauerbetrieb. Doch sowohl bei Lebenserwartung und Geschwindigkeit nehmen sich SCSI-Laufwerke und »normale« Festplatten mittlerweile wenig.
S-ATA 2 schickt SCSI in Rente
S-ATA-2-Systeme bieten mittlerweile die gleiche Performance und Zuverlässigkeit wie SCSI-Arrays, sind aber deutlich günstiger.
Wirft man bei Festplatten-Herstellern einen Blick auf die AFR-Werte ihrer Produkte, zeigt sich Erstaunliches. Die AFR (Annualized Failure Rate) ist der reziproke Wert der MTBF (Mean Time Between Failures) und gibt an, welcher Anteil einer Laufwerkscharge pro Jahr ausfällt. Je niedriger dieser Wert, desto zuverlässiger die Festplatte. Beispielsweise kommt die SCSI-Laufwerksreihe Seagate Cheetah 15K.5 auf eine AFR-Zahl von 0,62. Die auf S-ATA-2 basierende Desktop-Reihe Barracuda 7200.10 stuft der Hersteller mit einem Wert von 0,34 sogar als zuverlässiger ein. Noch größer ist der Unterschied beim Preis: Die 150-GByte-Version des SCSI-Laufwerks kostet allerdings 600 Euro, während es die gleiche S-ATA-Festplatte für ein Zehntel dieses Preises gibt.
SCSI nur in Ausnahmefällen sinnvoll
In Zeiten schrumpfender IT-Budgets hat die SCSI-Technik einen wesentlichen Nachteil: Sie ist für viele Anwendungsgebiete schlicht zu teuer. SCSI lohnt sich auch nur dann, wenn man die Performance beispielsweise mit einer Oracle-Datenbank ausreizt. Für einen Fileserver mit überschaubaren Benutzerzahlen reicht S-ATA-2 allemal. Zwei SCSI-Festplatten, etwa die erwähnte Cheetah 15K.5 mit zusammen 300 GByte Speicherplatz kosten rund 1300 Euro. Für das gleiche Geld bekommt man aber schon ein komplettes RAID-System mit acht S-ATA-2-Festplatten inklusive Controller.
Technisch auf gleicher Höhe
S-ATA-2 bietet eine Übertragungsrate von rund 300 MByte/s und ist damit nur unwesentlich langsamer als SCSI mit 320 MByte/s. Zum Vergleich: Der schnellste P-ATA/IDE-Standard bot nur 133 MByte/s und die erste S-ATA-Generation war mit 150 MByte/s auch nicht gerade ein Rennpferd. Erst mit S-ATA-2 ist die serielle Schnittstelle also auch für RAID-Systeme schnell genug. Hot Plugging wird ebenfalls unterstützt, somit lassen sich in RAID-Arrays ausgefallene Festplatten während des Betriebs tauschen. Aktuelle S-ATA-2-Festplatten beherrschen sogar Funktionen wie Native Command Queuing (NCQ). Eine ähnliche Technik setzt SCSI schon seit Jahren erfolgreich ein. Bei NCQ werden eingehende Befehle in eine Warteschlange gestellt, sortiert und in optimierter Reihenfolge abgearbeitet. Das bringt dann einen Performanceschub, wenn viele Benutzer gleichzeitig auf den Server zugreifen, weil die Leseköpfe der Festplatten nicht unnötig hin- und herfahren.
RAID 5 ist die erste Wahl
Mit empfehlenswerten RAID-Controllern wie Areca ARC-1120 oder Promise FastTrak SX8300 lassen sich bis zu acht S-ATA-2-Festplatten im Verbund betreiben. Ein Katastrophe wäre da ein Festplattendefekt, der alles vernichtet. Schutz davor bieten redundante RAID-Arrays. Sie fassen nicht nur mehrere Festplatten zu einem logischen Laufwerk zusammen, sondern speichern je nach RAID-Variante noch redundante Daten. Für den Einsatz im Fileserver ist RAID 5 momentan noch erste Wahl. Die Daten werden zwar ähnlich wie bei RAID 0 per Data-Striping auf verschiedene Festplatten verteilt, dabei werden aber auch redundante Informationen gespeichert. Der Ausfall einer Festplatte ist unkritisch, erst wenn sich eine zweite verabschiedet, sind die Daten futsch.
Fazit: Als Backup-Medium ideal
S-ATA-2-Festplatten arbeiten mittlerweile so sicher wie ihre SCSI-Pendants, und das zu einem Bruchteil der Kosten. Ein auf redundantes Speichern getrimmtes RAID-System ist eine durchaus sichere Bank. In punkto Skalierbarkeit und Archivierung hapert es dagegen. Tapes halten nicht nur länger, sondern sind obendrein auch preiswerter.






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