Mehr Power für Rechenzentren
Intel greift nach den Sternen – für Kunden oder Techniker?

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Seit einigen Monaten sind Intels Pläne für die Einführung einer hochparallelen, programmierbaren, mehrkernigen Prozessor-Architektur mit dem Codenamen “Larrabee” bekannt. Doch was bringt es Unternehnmen?

10 Teraflops im Desktop-Rechner

Mehr Power für Rechenzentren

Bei den geplanten “Superprozessoren” von Intel soll eine auf Supercomputer-Leistung spezialisierte Version des x86-Befehlssatzes verwendet werden. Intel erhofft sich großes Interesse bei Nutzern von Hochleistungsrechnern, seien es Universitäten, Forschungseinrichtrungen oder Rechenzentren von Unternehmen. Die Versprechungen von Intel hören sich gut an, doch können Nicht-Techniker Vorteile in den neuen Architekturen sehen?

Pat Gelsinger, Chef der “Digital Enterprise Group” bei Intel, sagte zum vergangenen Intel Developer Forum (IDF), dass der Chip leicht programmierbar sein werde, da er schon bestehende Software-Tools einsetzen könne und dafür ausgelegt sei, Trillionen von Gleitkommazahl-Operationen pro Sekunde (Teraflops) zu berechnen. Diese technischen Feinheiten können IT-Leiter, die das kaufen sollen, vielleicht noch verargumentieren.

“Wenn die Supercomputer eine Leistung von 10 Teraflops erreichen und schon die Arbeitsplatzrechner Teraflops bewältigen, können wir doch Aufgaben angehen, die wir nie zuvor am Desktop angepackt haben, etwa die physikalische Modellierung”, sagte Gelsinger.


Löst Larrabee den Itanium ab?

Mehr Power für Rechenzentren

Desweiteren führte er aus, dass Larrabee nicht speziell für den High-Performance-Markt (HPC) ausgelegt sei und behauptete, dass die Architektur auch für hocherfügbare Netze und Großrechner geeignet wäre. Er ging natürlich nicht darauf ein, ob Larrabee die jetzigen IA-64 Itanium Chips ersetzen soll (die in seiner Rede kaum noch Erwähnung fanden).

Intel äußerte sich jedoch in einer Weise, die exakt das Feld anspricht, das einmal für den Itanium 2 vorgesehen war: Die Larrabee-Architektur sei so optimiert, dass besonders rechenintensive Vorgänge beschleunigt werden können. Als Beispiele nannte er wissenschaftliche Berechnungen, Erkennungssysteme, Visualisierung, Finanzanalytik und Anwendungen im Gesundheitswesen. Das wirkt wie eine geplante Technik-Ablösung im Highend-Server-Markt.

Intel hat die OEMs dennoch davor gewarnt, von Larrabee nicht zu früh viel zu erwarten. Selbst Prototypen seien kaum vor dem nächsten Jahr zu erwarten.


Stromsparen soll Intel Kunden bringen

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“Programmierung für Parallel-Systeme ist ein grundlegendes Problem. Man soll sich nicht den Erwartungen hingeben, dass es einen Durchbruch gibt, nur weil Intel das so will. Mit diesem Problem kämpfen wir schon 40 Jahre”, sagte er.

Die Firma hatte auf dem IDF im April auch einen Nicht-x86, 80-kernigen “Polaris”-Chip vorgeführt, der es auf zwei Teraflops brachte und dabei nur 191 Watt Energie verbrauchte. Der gleiche Chip schaffte einen Teraflop bei 46W und 1,5 Teraflops bei 93W, wobei Gelsinger ausdrücklich betonte, dass dies nur für Forschungszwecke gedacht war und nicht zu Produktionszwecken.

Mittlerweile hat Intel sich entschlossen, seine Projekte zur Energiekostensenkung in den nächsten Jahren auf Server-Festplatten und Speicher auszuweiten. Hohe Leistung bei geringem Stromverbrauch

“Die Senkung der Leistungsaufnahme der Hauptprozessoren reicht nicht, die muss für das ganze System erreicht werden. Schon die Treiber für die Festplatten sind zu große Stromfresser, insbesondere in mobilen Geräten. Aber Solid-State Festplatten bieten uns die Möglichkeit, die Leistungsaufnahme der Plattformen erheblich zu senken?, sagte der Technische Direktor von Intel, Justin Rattner.

Es fragt sich nur wie viel das sein wird – Intel erwartet jedenfalls eine Senkung des Stromverbrauchs mindestens um den Faktor 10. Ob der Chip-Riese es schafft, den hohen Stromverbrauch von Computern zu senken, bleibt abzuwarten,