Microsofts Eiertanz um die Virtualisierung

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Bei Microsoft scheinen sie ziemlich ratlos zu sein, ob und wie viel Virtualisierung sie ihren zahlenden Kunden erlauben sollen. Sie entscheiden heute so und morgen ganz anders.

Zuerst hatten die Virtualisierungs-Verhinderer in Seattle strikte Regeln aufgestellt, denen zufolge nur die besonders teuren Business- und Ultimate-Ausgaben von Windows Vista in den Genuss von Virtualisierungsrechten kommen sollten.

Dann sprachen sie davon, die Einschränkungen lockern zu wollen. Damit wäre beispielsweise den Benutzern von Virtualisierungs-Software wie Parallels auf dem Mac ermöglicht worden, das weniger teure Windows Vista Home Premium unter Einhaltung der Lizenzbedingungen zu verwenden. Diese Regeln hätten auch für Microsofts eigenes Programm Virtual PC gegolten – und natürlich ebenso für Virtualisierungslösungen unter Linux.

Microsoft-Vertreter weihten Reporter und Analysten in die geplanten Änderungen ein. Doch noch bevor die öffentliche Ankündigung erfolgen konnte, kam eine erneute 180-Grad-Wendung. Ein paar Stufen weiter oben in der Hierarchie hatte man es sich offenbar schon wieder anders überlegt. Sie schoben Sicherheitsbedenken vor, die ihnen allerdings niemand ernsthaft abnahm.

Jetzt rätselt der Rest der Welt über das planlose Hin und Her bei Microsoft. Letztlich sieht es nach einem Rückzug in die Wagenburg des eigenen Desktops aus. Microsoft verzichtet damit insbesondere auf Kunden, die auf innovative Technologien wie Virtualisierung zugehen, argumentiert Ben Rudolph von Parallels:

„Das bedeutet, dass sie nicht auf Vista upgraden. Microsoft verliert daher bei den Windows-PCs effektiv Upgrade-Kunden und verzichtet zugleich auf völlig neue Kunden aus dem Mac- und Linux-Lager.“

(bk)

eWeek