Medienanwalt: Raubkopie schlimmer als Bankraub

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Die Gesellschaft gäbe viel zu viel Geld dafür aus, Bankräuber, Betrüger und Einbrecher abzuhalten und zu verfolgen. Die eigentlichen Verbrecher seien die Raubkopierer, trommelt ein namhafter US-Jurist.

Rick Cotton ist der Top-Anwalt von Medienkonzern NBC. Das erklärt seine gut bezahlte Haltung gegen die bösen Raubkopierer. In einem öffentlichen Feldzug gegen diese “Verbrecher” versucht er nun die Bevölkerung – und vor allem die Entscheidungsträger – davon zu überzeugen, gesetzlich und faktisch mehr gegen den Raub geistigen Eigentums zu unternehmen. Die Ressourcen der Verbrechensbekämpfung würden falsch eingesetzt, denn die echten Räuber bringen es pro Jahr landesweit allerhöchstens auf 16 Milliarden Dollar Beute. Durch Kopien von Film, Musik und anderen geistigen Ergüssen gehen der Volkswirtschaft dagegen hunderte von Milliarden pro Jahr verloren, argumentiert Cotton.
Baumwolle könnten wir uns jetzt in die Ohren stopfen, um solchen Propagandisten nicht weiter lauschen zu müssen, doch in den USA scheint der streitsüchtige Jurist und seine wohlfinanzierte “Coalition Against Counterfeiting and Piracy” zunehmend Gehör zu finden. Sie wollen ernsthaft das Bundesgesetz ändern und den Diebstahl von geistigem Eigentum anderen schweren Verbrechen gleichstellen. Falls das durchkommt, kann man nur hoffen, das Cotton bei einem Bankbesuch oder auf der Straße höchstselbst erleben darf, welche Konsequenzen solch eine Verschiebung der Prioritäten haben dürfte. Hands up and give me all your money! (Nick Farrell/rm)

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