Chaos Computer Club ruft zum zivilen Ungehorsam auf

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INQ_CCCbio.jpgDie Hamburger Computerexperten starten einen PR-Feldzug gegen die Speicherung von Fingerabdrücken in Reisepass-Chips. Das System sei eine “teure Sicherheitssimulation ohne Nutzen” und gehöre von den Bürgern schlicht boykottiert.

Der Chaos Computer Club sieht sich zunehmend als Bürgerrechtsorganisation, die für unsere Freiheit eintritt. Diese sei unter anderem durch biometrische Merkmale, die der Staat hemmungslos einsammeln und speichern wolle, bedroht. “Wie Kriminelle werden die Bürger gezwungen, ihre Fingerabdrücke beim Staat abzuliefern, ohne dass die Bundesregierung jemals sinnvoll begründen konnte, warum diese Vollerfassung nötig wäre”, echauffiert sich CCC-Sprecher Andy Müller-Maguhn, ehemaliges ICANN-Direktoriumsmitglied.
Im Rahmen des PR-Feldzugs wurden auch gleich ein paar süffisante Details offen gelegt: Der Hauptlieferant der Fingerprint-Scanner für die deutschen Reisepässe, die Hamburger Dermalog, war in eine Polizei- und Justiz-Korruptionsaffäre in Indonesien verwickelt. Und Otto Schily, der uns die Chose eingebrockt hatte, wechselte vom Bundestag direkt in die Aufsichtsräte zweier Biometrie-Firmen.
Zudem halten Experten nach den ganzen US-Erfahrungen mit der Technologie solche Finger-Identifikationssysteme für unsicher. Zudem sei es in zahlreichen EU-Ländern wiederholt gelungen, E-Pässe zu knacken und zu kopieren. Ergo: Die bösen Jungs hält es nicht ab, nur die Bürger klein. (rm)


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