Linspire kooperiert mit Microsoft

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Die ehemaligen Feinde schwelgen in Eintracht: Gemeinsame Entwicklungen sind geplant und Microsoft sichert den Kunden des ehemaligen “Lindows”-Systems Rechtsschutz zu – aber nicht in jedem Fall.

Microsoft setzt nun beim dritten Linux-Partner einen Fuß in die Tür: Man will nach Novell und Xandros nun auch mit dem Anbieter von PCs mit der Windows-gestylten Linux-Distribution “Linspire” kooperieren. In dem am heutigen Donnerstag unterzeichneten Vertrag legen die Partner eine Zusammenarbeit bei den Themen Instant Messaging und Suchmaschinen fest. Das gaben die Unternehmen gestern (Linspire) beziehungsweise heute bekannt. Zudem soll das Papier Lizenzgeschäfte mit Microsoft-VoIP-Techniken und die Schriftdarstellungstechnik Truetype enthalten.

Der Anbieter der Linux-Distribution Linspire, die einst von Gründer Michael Robertson unter dem Namen “Lindows” als Attacke auf Microsoft Windows “inszeniert” wurde, einigte sich nach langem Rechtsstreit außergerichtlich mit Microsoft und benannte 2004 sein System um. Als Dank investierte Microsoft damals 20 Millionen Dollar in die Firma und gewährte zudem Rechte auf die Verwendung von Windows Media Codecs in dieser Linux-Distribution – ein Recht, auf das andere Linux-Distributoren noch warten.

Der neue Kooperationsvertrag sichert Linspire-Kunden Rechtsschutz zu, falls juristisch gegen “Patentverletzungen” im Linux-Quellcode vorgegangen würde. Kein Grund zur Entwarnung für Microsoft-Gegner, wenn sie die kostenlose Linux-Version “Freespire” nutzen: Der Rechtsschutz gilt nur für die kostenpflichtige Variante.

Beide Seiten erhoffen sich von der Kooperation Gewinne vor allem bei Unternehmenskäufern, die durch den Deal eine gewisse Rechtssicherheit erwarten. (mk)

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