Cool auf der Computex – ein Rückblick

Allgemein

Nebojsa Novakovic vom INQUIRER erlebte eine insgesamt langweilige und enttäuschende Computex 2007. Die großen Neuheiten fehlten. Um so mehr fielen ihm die ungewöhnlichen Cooling-Methoden auf, die überall für Abkühlung sorgten:

Es gab weit weniger wichtige oder zumindest weniger interessante Produktankündigungen im Vergleich zu früheren Jahren. Es lag natürlich nicht an den Messemanagern, dass AMD es nicht schaffte, mit den erwarteten Barcelona / Agena / Phenom zu kommen, die die Stars der Show hätten werden können. Da konnte wenigstens Intel mit einer ganzen Anzahl kommender Penryns noch zur Gesichtswahrung beitragen – sie sind offenbar schon bald bereit für die Markteinführung.

Das heiße, verschwitzte Wetter – üblich in Taipeh zu dieser Jahreszeit – verbunden mit einem beständigen mittelschweren bis heftigen Regen machten die Wege zwischen den weit auseinander liegenden Hallen 1, 2 und 3 zu einem albtraumhaften Hindernislauf.

Noch mehr Anbieter schienen sich diesmal auf fast nackte Tänzerinnen und dergleichen verlassen, um die Aufmerksamkeit der Besucher zu gewinnen – gerade, wenn sie keine wirklichen Neuheiten vorzuweisen hatten. Dabei ist die Computex eben keine Messe für Konsumenten, sondern eine Handelsmesse für Käufer, Verkäufer und – ja, die Medien. Man trifft sich, lernt sich kennen, tauscht sich aus. Aber natürlich her mit den Mädchen – wenn die Aussteller auch noch gute Sachen zu zeigen haben.

Es war die letzte Computex, die ausschließlich auf diesem Gelände abgehalten wurde. Nächstes Jahr wird sie ihre Ausstellungsfläche verdoppeln durch die zusätzliche neue Ausstellungshalle weiter östlich von Taipeh. Um sie zu erreichen, bedarf es einer weiteren halbstündigen Fahrt mit Shuttle-Bussen. Es könnte also alles noch viel schlimmer werden.

Wenigstens eine interessante Beobachtung bleibt von dieser Messe in Erinnerung: Ungewöhnliche Formen der Kühlung, und sie waren einfach überall.

Tatsächlich gab es mehr wassergekühlte oder Peltier-gekühlte oder Kryo-gekühlte oder alles-andere-als-luftgekühlte CPUs, Mainboards, Grafikkarten und selbst Speicher-DIMMs – sie waren an jedem wichtigen Stand zu sehen.

Selbst in den Hyatt-Hotelsuiten folgten sie dem Trend: Sowohl Corsair als auch OCZ zeigten hier ein paar interessante wassergekühlte Lösungen. Corsairs Nautilus 500 ist noch immer im Rennen mit den neuen FSB-1333-CPUs und Speicher bis zu DDR3-2000. Der alte Junge schafft noch immer 500 W Hitze weg und hat das auch bereits auf einem meiner Quad-Core-Systeme verlässlich erledigt. Unser Theo ging noch einen Schritt weiter und ersetzte den Lüfter durch einen schnelleren, um die gesammelte Leistung von rund 700 W von einer seiner Dual-GPU-Maschinen abzukühlen.

In ein paar Monaten will OZC den neuen integrierten Kühlkörper / Heatpipe-Element mit Carbon-Nanoröhrchen ausliefern. Die Firma verspricht eine unglaubliche wärmeableitende Leistung.

Der P35-Demo-Rechner bei MSI kitzelte mit Kryo-Kühlung rund 4,2 GHz aus einem Quad-Core QX6800 – und hätte tatsächlich noch mehr als das bringen können.

Bei den Grafikkarten zeigten sowohl Sapphire als auch Asus wassergekühlte R600XT-Karten mit einem gemeinsamen Kühlsystem für die Crossfire-Konfiguration von zwei Karten. Leadtek unternahm das Gleiche mit einer dualen Geforce-8800-Ultra-Konfiguration namens „Leviathan“ mit den unglaublichen Taktraten 684 MHz / 2326 MHz.

Zahlreiche Anbieter wie Thermaltake und Zalman boten außerdem für die 8800-Serie angepasste Wasserkühlungen an. Sie sind relativ leicht zu installieren und sehen nach guter Performance aus. Vielerorts wurden auch geschlossene Gehäuse mit voll integrierten High-End-Wasserkühlungen gezeigt.

(Von Nebojsa Novakovic/adaptiert von bk)

Linq: Bilderserie aus dem immer verregneten Taipeh

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