iPapier: Touch my paper

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INQ_iPapier.jpgDurch leitende Spezialtinte wird das digitale Papier, welches auf Berührungen reagiert, nun Wirklichkeit.

Wieder eine Science-Fiction-Idee (z.B. aus Bladerunner), die Realität wird: Wer bald das Foto auf einer Zeitungsseite antippt, startet dadurch eine Filmwiedergabe. Die Vorarbeit dazu haben Wissenschaftler der Mid Sweden University geleistet: “Paper Four” sei interaktives Papier, das auf Berührung digital gespeicherte Infos freigibt. Um das Papier druckempfindlich zu machen, erfanden die Forscher eine leitende Spezialtinte voller Silberpartikel.
Die Schweden haben auch schon einen Prototypen fertig, der als Werbetafel für Musikalben fungiert (Bild). Die noch 3 cm dicke Tafel ist kein Flüssigkristall, sondern bestehe überwiegend aus Papier und Karton. “Ein Fingerdruck auf das Cover und die Lieder werden abgespielt”, berichtet Projektleiter Mikael Gulliksson. Aussehen und Haptik seien nach wie vor das von Papier.
Es werde mit bestimmten Mustern der leitfähigen Tinte bedruckt und an eine Energiequelle sowie an einfache Elektronik angeschlossen. Das Funktionsprinzip ähnele jenem eines Laptop-Touchpads: Erst durch den Fingerdruck fließt Strom. Töne werden von den ebenfalls aufgedruckten Lautsprechern abgegeben, die aus mehreren Schichten leitender Tinte geformt werden, die über einer kleinen Aushöhlung eine Membran bilden.
Die Produktion des interaktiven Papiers sei sehr günstig. Die alten Blätter dürfen ins Altpapier und können problemlos wiederverwertet werden, behauptet Gulliksson. Langfristiges Ziel sei es, die gesamte Elektronik in ein einzelnes Blatt Papier zu integrieren. Gedruckte Schaltungen sind ja nicht neu… (rm)


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