Schnapsidee? Handy-Besitzer sollen Verbrecher jagen

Allgemein

INQ_Selbstjustiz.jpgDa etwa die Hälfte aller Europäer ein Kamerahandy besitzt, sollen sie es gefälligst nutzen, um Täter auf frischer Tat abzulichten und die Aufnahmen an ein zentrales Verbrechens-Portal zu schicken.

In New York wird es schon gemacht (wir berichteten). Und nun kommen ausgerechnet die liberalen Holländer mit dem Vorschlag, die Idee auch in Europa umzusetzen. Naja, nicht die ganzen Niederlande, sondern deren Softwarefirma Waleli. Manager Lawrence Masle würde gerne das Anti-Verbrechens-Portal “MMS-Witness” starten, wo Zeugen ihre Videos oder Fotos abladen können. Diese Datensammlung möglicher Verbrechen werde dann den jeweiligen örtlichen Polizeibehörden zur Verfügung gestellt, damit sie die “Beweise” für ihre Aufklärung heranziehen können.
Waleli hat die Sache bereits mit der Amsterdamer Polizei im Modellbetrieb ausprobiert – allerdings nur mit Aufnahmen, die von Beamten geschossen wurden. Wie die Sache funktionieren könnte, dokumentieren die Niederländer in einem Video.
Als Datengrundstock könnten sie ja die unzähligen Kurzfilmchen nehmen, die Jugendliche so gerne fabrizieren und tauschen, in denen Unschuldige verprügelt (oder schlimmeres) werden.
Allerdings: Wie verhindert man, dass solche Taten und Filmchen extra wegen der Aufmerksamkeit inszeniert werden. Abgesehen davon, dass sich manche Handy-Zeugen durch ihre dokumentarische Arbeit in Gefahr bringen würden… (Tony Dennis/rm)


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