Freenet im Zweifrontenkrieg

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Der Internet- und Mobilfunkanbieter versucht, mit aller Macht gegen seine Zerschlagung zu arbeiten und sich gleichzeitig noch zu vergrößern.

“Wir haben nicht 18 Monate lang für die Fusion von Mobilcom und Freenet gekämpft, um dann zwei Monate später wieder über eine Trennung nachzudenken”, bollert der Freenet-Vorstandsvorsitzende Spoerr in der heutigen Ausgabe der Welt. Auslöser für seine Abwehrreaktionen war der entsprechende Vorstoß des neuen Freenet-Großaktionärs Florian Homm. Der berüchtigte Finanzinvestor (gut bekannt von den Deutsche-Börse-Eskapaden) hat sich über seinen Hedgefond “Absolute Capital Management” mit bislang lediglich 3 Prozent an der Hamburger Freenet AG beteiligt. Er droht aber damit, den Anteil weiter zu erhöhen. Homm strebt an, Teile der Firma durch Verkauf abzusprengen.
Doch auch aus eigenem Antrieb könnte der Telekomkonzern vor dem nächsten radikalen Umbau stehen. Laut dem Wirtschaftsblatt Financial Times verhandle der Vorstand mit dem Wettbewerber Talkline, um die Mobilfunkgeschäfte zusammenzuführen. Damit würde sich das Standing im Markt verbessern, das zur Zeit schleppende Geschäft belebt und vor allem kostengünstiger werden. Zudem wäre es eine clevere Maßnahme, den Firmenanteil von Finanzinvestor Homm gleich wieder zu schmälern. Zusammen mit seinem Investor-Kollegen Vatas dreht Homm derweil weiter die PR-Mühle: “Die Einzelteile von Freenet sind mehr wert als die Summe. Die Bereitschaft von Aufkäufern, für DSL-Kunden einen guten Preis zu zahlen, hat sich zuletzt deutlich erhöht.” (rm)

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