„Terror-Verdächtiger“ zeichnet sein Leben für das FBI auf

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Er möchte nicht nach Guantanamo. Deshalb hilft er dem Großen Bruder bereitwillig bei seiner eigenen Überwachung.

Der aus Bangladesch stammende amerikanische Kunstprofessor Hasan Elahi kam von einem Flug aus Holland zurück und wurde am Flughafen in Detroit festgenommen. Die FBI-Agenten hatten einen „Tipp“ bekommen, dass er in Florida Explosivstoffe lagere. Erst Lügendetektor-Tests konnten sie vom Gegenteil überzeugen.

Er ging davon aus, als einmal Verdächtigter nie wieder von der Terror-Watch-Liste zu kommen. Seiner Ausstellungen und Konferenzbesuche wegen muss er jedoch häufig reisen. Daher ruft er seither die Telefonnummer an, die er von den Agenten erhalten hatte, um sie über jede bevorstehende Reise zu informieren. Und wurde seitdem nicht wieder in Gewahrsam genommen.

Zur weiteren Absicherung – und vielleicht auch als eine Form von Gesamtkunstwerk – zeichnet er seit damals sein Leben auf und zeigt es wie ein offenes Buch in seiner eigenen Website. Dort finden sich bereits 20.000 in den letzten drei Jahren von ihm aufgenommene Bilder, die über seine Aufenthaltsorte und die Leute informieren, die er traf.

Er veröffentlicht auch Kopien jeder Kontobelastung, damit ein jeder sehen kann, was er wann und wo gekauft hat. Ein GPS-Empfänger in seiner Tasche zeigt in Echtzeit seinen gegenwärtigen Aufenthaltsort auf einer Karte an.

Das ganze Material scheint tatsächlich auch Behörden zu beschäftigen. Seine Server-Logs zeigen unter anderem Zugriffe aus dem Pentagon, dem Verteidigungsministerium und dem Büro des US-Präsidenten.

Elahi meint, man könne Big Brother in einem Meer von Informationen ertrinken lassen: „Es ist wirtschaftlich zu sehen. Ich überflute den Markt.“

(Nick Farrell/bk)

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Hasan Elahi

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