England: Überwachungskameras bis in die Dörfer

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Mit bald flächendeckenden Überwachungskameras wandelt sich der Inselstaat zum Schnüffelstaat. Jetzt wurde es sogar einem Polizisten zu viel.

Ian Readhead ist stellvertretender Polizeipräsident von Hampshire. In einer BBC-Sendung gab er zu Protokoll, ernsthaft beunruhigt zu sein darüber, was mit diesen Kameras geschieht und als Nächstes kommt:

„Wenn es in unseren Dörfern passiert, bewegen wir uns dann tatsächlich in Richtung auf eine Orwell’sche Situation, in der sich Kameras an jeder Straßenecke befinden? Ich glaube nicht, dass das noch das Land ist, in dem ich leben möchte.“

Nick Clegg – Schatten-Außenminister der oppositionellen Liberalen Demokraten – stimmte zu, die Aufstellung von Kameras in ländlichen Gebieten führe im Lauf der Zeit zu einer Big-Bother-Gesellschaft:

„Die Besessenheit dieser Regierung mit intrusiven Überwachungstechnologien und die augenscheinliche Gleichgültigkeit gegenüber unseren individuellen Rechten hat die herkömmliche Unterscheidung zwischen Schuld und Unschuld zerstört.“

In die Kritik gerät zunehmend auch die massive Speicherung von DNA-Daten. Vier Millionen Proben umfasst die Datenbank der britischen Regierung bereits – darunter auch von 1,1 Millionen Bürgern, die trotz einer Verhaftung nie verurteilt wurden.

Die Bürgerrechtsgruppe Liberty drückte ihre Verwunderung darüber aus, dass sich inzwischen sogar die Polizei mehr Gedanken um den Verlust der Privatsphäre macht als die verantwortlichen Politiker.

(bk)

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