Wieso Suchmaschinen-Optimierung nicht immer funktioniert
Webseiten für Nutzer optimieren, nicht für Suchroboter

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Um mehr Besucher auf ihre Webseiten zu locken, sollten Unternehmen besser an den Inhalten arbeiten statt an der Suchmaschinenoptimierung.

Skepsis an der “Optimierung”

Wieso Suchmaschinen-Optimierung nicht immer funktioniert

Ich hasse den Begriff SEO (Search Engine Optimisation), also Suchmaschinenoptimierung – obwohl ich das Anliegen verstehen kann. Eine hohe Präsenz bei den Suchergebnissen von Google und Yahoo ist für die meisten Unternehmen wichtig und für manche entscheidend. Dennoch geht der Gedanke, eine Webseite für die Suchmaschinen zu optimieren in die falsche Richtung – die Webseiten sollten für die Nutzer und nicht für programmierte Suchroboter optimiert werden.

Meine Skepsis wird noch genährt durch die Zahl von falschen und irreführenden Aussagen, die von einigen SEO-Experten getroffen werden.

“Wir zielen darauf ab, alle Webseiten, die unser Internet-Marketingpaket für die Suchmaschinenoptimierung in Anspruch nehmen, auf die erste Seite (wenn nicht gar an die erste Stelle) aller relevanten Suchmaschinen zu bringen”, teilt eine Firma auf ihrer Homepage mit, Sie hatte mit einem von 29 Millionen Ergebnissen einer Google-Suche zeigen wollen, dass dies funktioniert. Die Aussage ist allerdings bedeutungslos, weil ein wesentlicher Aspekt fehlt: Niemand sagt, wonach der Nutzer sucht, um zu diesem optimalen Ergebnis zu kommen! Wenn es um Ihren Firmennamen geht, dann sollte es in den meisten Fällen kein Kunststück sein, auf der ersten Seite zu landen – aber die meisten Nutzer suchen eben nicht danach.


Unprofessionelles SEO verjagt die Leser

Wieso Suchmaschinen-Optimierung nicht immer funktioniert

Was schlimmer ist – durch unprofessionelles SEO verliert man sogar Nutzer. Irregeleitete Berater mögen Techniken wie versteckten Text, schrotflintenähnliche Verteilung von Linkaustausch-Netzen oder die Vergabe von verschiedenen Seiten an Web Crawling Robots anstatt an echte Nutzer vorschlagen. Aber all das bringt Ihrer Seite ein niedrigeres Ranking oder sogar den Ausschluss von bedeutenden Suchmaschinen ein.

Eine andere übliche Verkaufsmasche ist das Angebot, sich in Hunderte von Online-Verzeichnissen und Suchseiten eintragen zu lassen, wenn in Wirklichkeit nur wenige wirklich relevant sind und man sich dort ohne Probleme aufnehmen lassen kann. Wozu da noch SEO-Dienstleister?

Wenn die SEO von zweifelhaftem Wert ist, wie kann man dann mehr Besucher auf seine Seite locken? Kurz und knapp: Bessere Seiten anbieten! Einige der Berater, die Firmen dabei helfen können, mögen sich sogar als SEO-Experten bezeichnen. Mir ist wohl klar, dass abgesehen von dem ganzen Schwindel auch wertvolles Fachwissen verfügbar ist. Es ist schon sinnvoll, Webseiten für Searchbots leicht erkennbar zu machen, aber menschliche Arbeit macht schließlich den Unterschied.


PR saugt SEO auf

Wieso Suchmaschinen-Optimierung nicht immer funktioniert

Die effektivste Methode des SEO sind Links von Seiten, die für die eigene Bedeutung im Netz sowohl zugkräftig als auch relevant sind. Wenn man die richtigen Leute dazu bringt, den Namen Ihrer Firma zu nennen, klingt mir das sehr nach PR – und genau darum geht es. In dem Maße, wie sich das Internet weiterentwickelt, wird das SEO-Konzept verschwinden. Es wird von Webdesign, Marketing und PR aufgesogen werden.

Daryl Wilcox, der Onlinedienste für die PR-Industrie betreibt, hat ein White Paper darüber veröffentlicht, wie traditionelle PR von den Geschäftemachern mit den Suchmaschinen verdrängt wird. Aus Kundensicht ist es aber relativ uninteressant, ob SEO-Beratungsunternehmen zu PR-Agenturen werden oder umgekehrt. Aber man muss sich bewusst machen, dass SEO nur eine weitere Methode ist, in Kommunikation zu investieren und nicht in eine unabhängige Nische.