Linux-Patentstudie: Ballmer hat alles verdreht

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MS-Ballmer und andere tönten, Linux verletze über 200 Patente. Microsoft schob später nach, man zitiere doch nur aus einer Studie. Jetzt meldet sich deren Autor zu Wort.

Die Studie wurde von OSRM (Open Source Risk Management) erstellt, einer Beratungsfirma für Risikominderung. Autor Dan Ravicher ist Executive Director der Public Patent Foundation und sieht in der ganzen Geschichte viel Lärm um Nichts:

„Wie die SCO-Saga zeigt, ist es eine Sache, eine Klage aufgrund einer Behauptung einzureichen und diese Behauptung vor Gericht zu begründen … Ballmer deutet die Aussage der Studie um, die ergeben hat, dass Linux eventuell, aber nicht eindeutig 283 ungeprüfte Patente verletzt, während es gegen kein einziges Patent verstößt, das von einem Gericht als gültig befunden wurde.“

Tatsächlich kam die Studie zum gegenteiligen Ergebnis dessen, was Ballmer und seine Rottweiler in die Welt trompeteten. Sie unternahmen einen absurden Versuch, ausgerechnet diese Studie assimilieren zu wollen. Denn es war bei der OSRM-Analyse gerade darum gegangen, den FUD-Nebel über angebliche rechtliche Linux-Probleme zu vertreiben, indem sie quantifizierbare Daten den Spekulationen gegenüber stellte. Und das Ergebnis war laut Dan Ravicher ebenso banal wie langweilig:

„Und die von uns gefundene Anzahl ist für jeden, der mit der Materie vertraut ist, so durchschnittlich, dass sie einfach nur langweilig ist; fast jedes Stück Software verstößt potenziell gegen mindestens so viele Patente …
Open Source sieht sich nicht größeren, sondern eher geringeren rechtlichen Risiken gegenüber als proprietäre Software. Der Markt muss zur Kenntnis nehmen, dass die von Microsoft aktuell zitierte Studie das Gegenteil dessen beweist, was sie behaupten.“

(Nick Farrell/bk)

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