Open-Source CMS Typolight 2.2.10
CMS leicht gemacht

Open SourceSoftwareWorkspaceZubehör

Das kostenlose Content-Management-System Typolight zeichnet sich durch einen soliden Leistungsumfang und einfache Bedienung aus.

Open-Source-Programm

Open-Source CMS Typolight 2.2.10

Content-Management-Systeme müssen viele Funktionen bieten, ohne dabei zu komplex zu sein. Das Open-Source-Programm Typolight erfüllt diese Bedingungen: Es bietet ausgefeilte Funktionen und eine hervorragende Bedienerführung.

Der Name von Typolight ist klug gewählt: Einerseits gemahnt er an den bekannten CMS-Boliden Typo 3, andererseits suggeriert er mit dem Zusatz »light«, dass User hier auf weniger Widrigkeiten stoßen. Tatsächlich dürften selbst CMS-Laien mit Typolight auf Anhieb zurechtkommen. Das Content-Management-System und Open-Source-Tool des Monats ist besonders benutzerfreundlich und bietet zahlreiche Web-2.0-Features. Typolight darf nicht als abgespeckte Typo-3-Variante missverstanden werden. Es ist ein neues, komplett in PHP 5 programmiertes CMS mit vielen interessanten Features. Bereits bei der Installation merkt man, dass die Entwickler Wert auf eine einfache Bedienung legen. Um loszulegen, muss man nur das Skript-Archiv entpacken und die Dateien in ein Verzeichnis auf dem Webspace übertragen. Anschließend startet man die Setup-Routine (install.php), die nur wenige Eingaben vom Anwender erfordert.

Ein paar Voraussetzungen muss der Provider allerdings erfüllen: Typolight benötigt eine MySQL-Datenbank ab Version 4.1 und die Skriptsprache PHP 5. Ersteres dürfte keine Probleme bereiten, und auch PHP 5 sollte bei den meisten Anbietern verfügbar sein. Die Frage ist jedoch, wie PHP 5 bereitgestellt wird. Kann der User den PHP-Interpreter global oder auf Verzeichnisse bezogen umstellen, gibt es keine Probleme. Erfolgt die Steuerung jedoch über die Datei-Extension (PHP5), funktioniert Typolight nicht.

Beispiel-Site zum Experimentieren
Wer wissen will, wie eine mit Typolight erstellte CMS-Seite aussieht, sollte die abschließende Frage des Installationsskripts bejahen. Dann bekommt man einen Demo-Webauftritt namens Music Academy eingerichtet, mit dem man nach Lust und Laune herumexperimentieren kann. Um erfolgreich seinen eigenen CMS-Auftritt zu erstellen, hält man sich am besten an die Tutorials. Den einen oder anderen Trick kann man sich aber durchaus von den Demo-Seiten abschauen. Nach erfolgreicher Installation erreicht man das Backend über
www.meinedomain. de/installationsverzeichnis/typolight.
Vorsicht: Wird dort viermal hintereinander ein falsches Passwort eingegeben, sperrt Typolight das Benutzerkonto für fünf Minuten. So wird verhindert, dass Hacker den Zugang zum CMS per Brute-Force knacken.

Benutzerrechte – Wer darf was
Das CMS unterscheidet zwischen Frontend- und Backend-Benutzern. Im Administrations-Bereich stehen für erstere die Module Mitglieder und Mitgliedergruppen bereit, letztere fallen unter Benutzer und Benutzergruppen. Eine Anmeldung für Frontend-Benutzer müssen Sie als Administrator ausdrücklich vorsehen, zum Beispiel dann, wenn Sie passwortgeschützte Bereiche auf Ihrer Site einrichten oder Newsletter versenden wollen. Wer das Content-Management-System mit welchem Inhalt befüllen darf, entscheidet der Admin im Backend-Bereich. Hier lassen sich individuelle Rechte für Mitarbeiter vergeben. Bei einem großen Team empfiehlt es sich, Gruppen einzurichten, deren Rechte sich noch genauer definieren lassen. Damit kann man Arbeitsabläufe gut organisieren.

In einem Beispielfall legt der Admin alle Webseiten und Artikel selbst an und beauftragt seine Redakteure damit, die Inhalte zu liefern. Da er aber das »Veröffentlichen«-Feld nicht freigeschaltet hat, entscheidet nur er, ob und wann ein Artikel online geht. Der Aufbau des Admin-Bereichs ist durchgängig gleich: rechts der Arbeitsbereich, links die Navigation. Welche Backend-Module hier angezeigt werden, können Sie als Admin individuell über die Benutzerverwaltung festlegen. Auf dem Arbeitsbereich zeigt Typolight die Listen oder Formulare an, die das aufgerufene Modul benötigt. Eine Vorschau auf die aktuelle Site ist jederzeit über den Frontend-Preview-Button in der Kopfleiste des Backend-Screens möglich.


Seiten erstellen per Formular-Editor

Open-Source CMS Typolight 2.2.10

Mit einem Klick auf Neue Seite legen Sie eine neue Seite an und teilen Typolight mit, auf welche Hierarchie-Ebene man sie stellen möchte. Eine übergeordnete Seite kann bestimmte Einstellungen an die jeweils untergeordnete vererben, zum Beispiel das Layout. Hinzu gesellen sich Einstellungen zu Titel und Typ: Eine Seite des Typs ‘Regulär’ verhält sich wie eine statische HTML-Page, eine Seite des Typs ‘Weiterleitung’ führt den Besucher dagegen zu einer anderen Adresse. Über diese Kernparameter hinaus können Sie einer Seite zahlreiche weitere Attribute mit auf den Weg geben. Dazu zählen unter anderem die Sprache, eine Kurzbeschreibung, das Layout, eine individuelle Cache-Verfallszeit sowie das Veröffentlichungsdatum. Weiterhin können Sie festlegen, ob die Seite im Menü erscheinen soll, ob sie mit einem Zugriffschutz versehen sein soll und ob sie vom internen Suchmechanismus ausgenommen werden soll.

Einfache Bedienung
In kurzer Zeit stellt man mit Typolight ein ansprechendes Seitenlayout zusammen. Dass man dabei an keiner Stelle auch nur mit einer Zeile Code konfrontiert wird, setzt deutliche Akzente in Sachen Bedienerfreundlichkeit. Wenn man sich vor Augen hält, welche Verrenkungen für dieselben Prozeduren jeweils beim Konkurrenten Typo 3 notwendig wären, lernt man die Bedeutung des Attributs »light« im Programmnamen schätzen.

CMS mit Online-Aktualisierung
Praktisch ist die Online-Update-Funktion. Damit lässt sich Typolight per Knopfdruck und direkt aus dem Programm heraus aktualisieren. Damit ein Live-Update funktioniert, benötigt Typolight allerdings Schreibrechte. Das sollte man nach Übertragen der Dateien auf den Webspace auf jeden Fall prüfen. Bis Redaktionsschluss wird die Update-Routine fleißig benutzt ? fast täglich gibt es ein neues Update. Das deutet einerseits darauf hin, dass sich die Entwickler aktiv um ihr Produkt kümmern. Andererseits gilt es noch, so manchen Bug zu beheben. Davon merkt der Anwender aber nichts ? Typolight läuft im Test stabil und fehlerfrei. Viele Hilfen auf der Webseite runden den guten Eindruck ab: Dort finden sich mehrsprachige Foren, viele gute Tutorials und ein Wiki.

Typolight bietet eine Menge interessanter Funktionen und eine bedienerfreundliche Oberfläche. Manche Arbeitsabläufe gestalten sich etwas umständlich. Außerdem ist das Angebot an Extensions noch sehr bescheiden. So fehlt zum Beispiel eine Community-Komponente, die sich nahtlos in eine Typolight-Site integrieren ließe. Ein vorhandenes Forum per Link einzubinden, wäre dabei sicher nicht das große Problem. Schwieriger wird es da schon beim Synchronisieren der Benutzerverwaltung.

Überzeugende Vorstellung
Trotz einzelner Kritikpunkte überzeugt Typolight: Neben dem beliebten Joomla gibt es nicht viele Open-Source-CMS, die Typolight in der Kombination aus Leistungsumfang und gleichzeitiger einfacher Bedienung das Wasser reichen können. Man muss kein CMS-Spezialist sein und schon gar kein Programmierer, um mit dem CMS auf Anhieb zurechtzukommen.


Bewertung

Open-Source CMS Typolight 2.2.10

Typolight 2.2.10
Hersteller: Typolight
Internet: www.typolight.org
Preis: kostenlos

NOTE: gut
Leistung (40%): gut
Ausstattung (30%): gut
Bedienung (30%): sehr gut

DAS IST NEU
Online-Updates
Web-2.0-Unterstützung
Mächtige Benutzerverwaltung

SYSTEMVORAUSSETZUNGEN
Betriebssysteme: Windows, Linux oder Mac OS Server, Apache, IIS
Datenbanken: MySQL ab 4.1, MySQLi, Oracle, MSSQL, Postg
reSQL, Sybase