Handy-Markt Japan: So crazy kann die Zukunft sein

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INQ_Japan.jpgIn Europa telefoniert man nur. Oder schickt mal ne SMS. Bei den technikverliebten Japanern passen Handys auf Kinder auf. Oder auf Alte. Oder erledigen den Einkauf. Nur Staubsaugen, das können sie noch nicht.

Nicht in allem muss das Land des Lächelns unbedingt Recht behalten oder den technischen Ton angeben, doch mancher Trend schafft es auch bis ins alte Europa. “Wo man im Mobilfunk übrigens vieles falsch macht. Die Euro-Regierungen haben mit den hohen Lizenzkosten einen Fehler begangen”, kritisiert Trendscout Christopher Billich, der frisch aus Japan ein paar mobile Ideen mitbrachte: Bei Telefonaten mit älteren Personen ist es dort möglich, eine Sprachverlangsamung zu aktivieren, damit die Senioren der Unterhaltung leichter folgen können. Und bei schwachem Sehvermögen wird die Kamera des Mobiltelefons zur Lupe.
Kompass-Chips erlauben es, auf ein Gebäude zu zeigen und nicht nur zu wissen, wo es steht, sondern auch welche Behörden oder Dienste es enthält. Ist es ein Kaufhaus, zeigt das Handydisplay auch gleich die Warengruppen an. In manchen Fällem würden sofort Coupons für Sonderangebote ans Handy geschickt. Angeblich keine Science Fiction, sondern im Werden begriffen.
Im Bereich mobile Spiele – etwa Tennis oder Fechten – sorgen eingebaute Bewegungssensoren für Action. Für Kinder gibt es stoßfeste Geräte, die mit einem Alarmknopf ausgestattet sind. Im Notfall wird eine E-Mail mit den exakten Ortsangaben an die Eltern geschickt, die ohnehin jederzeit abrufen können, wo sich ihre Sprösslinge aufhalten. “Datenschutzrechtliche Belange haben in Japan prinzipiell fast keine Bedeutung”, erzählt Billich. Ortsbezogene Dienste wie die Restaurant-Suche werden vereinzelt schon in 3D dargestellt.
Zeitschriften, Plakate oder Visitenkarten haben oft schon Srichcodes. Fotografiert man diese mit einem Kamerahandy, erscheinen am Display die enthaltenen Informationen.
Mobiles Fernsehen ist kostenlos, während das normale TV-Programm inklusive Datenfeed und Rückkanal mit Echtzeit-Interaktion für Spielshows ausgerüstet ist.
Gern benutzt werde auch schon die Nahfunktechnik NFC (Near Field Communication) für den kabellosen Datenaustausch zwischen Geräten und Terminals. Rund 30 Prozent der Endgeräte (Handy, PDA) seien bereits damit ausgestattet. Japaner benutzen sie als mobile Kreditkarten, für den Ticketkauf im öffentlichen Verkehr und als Schlüsselersatz im Büro. (rm)


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