INQpression: ATI RV630 in 65 nm (3)

Allgemein

Die Grafikkarte schafft den Testparcours nicht. Die Entwickler haben noch zu tun.

Bei der Karte, die wir in die Hände bekamen, waren die GPU auf 799,84 und der Speicher auf 1100 MHz getaktet, was auch gerne mit 2,2 GHz angegeben wird. Da die GPU mit dem Speicher über einen 128 Bit breiten Bus angebunden ist, erhält man eine theoretisch verfügbare Bandbreite von 35,2 Gb/s. Wir wissen natürlich auch, dass der RV670 mit einem 256-bit-Memory-Interface kommt, aber das hier ist eine Geschichte über RV630.

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Im Vergleich schrumpft die Geforce 8600GTS zu Zwergengröße. Aber die kleinere Karte verlangt nach mehr Saft, um zu laufen.

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Die Kühlkörper demonstrieren ebenso deutlich den Unterschied zwischen den beiden Karten – und der liegt nicht nur in der Größe.

Die Systeme, auf denen wir den Test planten, waren die bewährten AMD- und Intel-basierten INQtests mit den folgenden Komponenten:

AMD Athlon 64 X2 6000+
ASUS M2R32-MVP (ATi 580X)
2x1GB Corsair Dominator PC2-9136C5D
Seagate Barracuda ES 250GB
Sony BWU-100A
beQuiet! 850W PSU

sowie

Intel Core 2 Extreme QX6800
EVGA 680i
2x1GB GeIL PC2-8500/9600 MultiSpec Kit
Seagate Barracuda ES 250GB
Sony BWU-100A
Enermax Galaxy 850W PSU

Zu unserem Standard-Setup gehört von jetzt an ein Dual-Boot-System zwischen Windows XP (32-bit) und Vista (64-bit), sofern das möglich ist. Da wir über verschiedene Treiberversionen verfügten, installierten wir auch noch ein 32-bit-Vista. Jedes Betriebssystem wurde natürlich auf einer eigenen Partition eingerichtet mit einem kompletten Satz von Treibern und Patches, .NET Framework 2.0, DirectX-Update April 2007 und dergleichen mehr.

Probleme, was für Probleme?

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Die Karte in Aktion … der BSODMark ist erschreckend hoch – und das ist der Score, den jeder Hardwareverkäufer besser vermeidet.

Leider ging diese Software mit den Treibern nicht so richtig Hand in Hand. Wir haben verschiedene Hardware-Konfigurationen versucht, sowohl mit Windows XP als auch mit Vista – aber es sollte nicht sein. Die Treiber erwiesen sich als überhaupt nicht stabil, und die BSODs, auch bekannt als die Blauen Bildschirme des Todes, trübten das Bild ein wie traditionelles britisches Regenwetter. Obwohl wir über verschiedene Treiber verfügten wie 8.31, 8.34, 8.37 und so fort, bekamen wir das Ding nicht dazu, auch nur einen einzigen Benchmark komplett zu durchlaufen, insbesondere nicht Favoriten wie 3DMark05 und 06. Wir erreichten einen Score in Stalker, aber der war so schlecht (auf der Ebene von 8600GT), dass wir uns zu einer Verschiebung der Benchmark-Scores entschließen mussten bis zum Zeitpunkt, da es ordentliche Treiber für diese Karte gibt.

Jetzt ist die Zeit gekommen, da Graphzilla triumphieren kann. Während AMD auf dem Papier die weit bessere Hardware hat und mehr Kraft unter die Haube packt, sind die Produkte einfach noch nicht ausgereift und bereit für den Markt. Vielleicht sind die High-End-Produkte soweit, den Händlern aus den Händen gerissen zu werden, und vielleicht käme Nvidia da überhaupt nicht mehr mit. Aber das richtige Geld wird im Mainstream-Markt und Low-End-Markt gemacht … und da steht Nvidia derzeit ganz allein auf der Sonnenseite und genießt es auch.

Fazit

Wir können von diesem Prototyp der Karte berichten, dass sie bei jedem Test zum Absturz führte, den wir versuchten, unabhängig von der Hardware-Kombination. Wenn sie funktionierte, dann war das angenehm und nicht besonders laut. Sie erhitzte sich allerdings beträchtlich, was uns zur Vermutung führt, dass GDDR4-Speicher noch immer einige Probleme hat. Während GDDR3 inzwischen sehr ausgereift ist, hat GDDR4 unter größeren Latenzzeiten und Wärmeentwicklung zu leiden, was es für die aktuelle Kollektion von Grafikkarten nicht gerade ideal erscheinen lässt.

AMD stehen noch immer größere Herausforderungen bevor. Die Firma wäre schlecht beraten, die Ausgaben für Forschung und Entwicklung weiter zu kürzen – die Wettbewerber Intel und Nvidia schnappen sich nur zu gerne die Entwickler, die von AMD/ATI kommen.

Das Warten auf AMDs eigene DX10-Karten für den Einsteiger- und den breiten Markt geht weiter. Doch jetzt wissen wir wenigstens, was AMD in der Hand hat. Wir wünschen uns nur, dass diese Grafikkarte bald auch richtig stabil laufen wird.

(Von Theo Valich/adaptiert von bk)

Erster Teil: ATI RV630 in 65 nm ist noch nicht ausgereift

Zweiter Teil: ATI RV630 in 65 nm

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