Interview zum Thema Wimax und Strahlenbelastung
Wimax, die neue Strahlengefahr

Allgemein

PCpro spricht mit dem Pressesprecher des Bundesamts für Strahlenschutz über die Gefährdung, die von Wimax ausgeht.

Gesundheitliche Belastung durch hochfrequente Strahlung

Interview zum Thema Wimax und Strahlenbelastung

Auf dem Land soll Wimax schnelles Internet für jedermann bringen, in der Stadt den Preiskampf mit DSL anheizen. Ende vergangenen Jahres ersteigerten fünf Unternehmen die Lizenzen, nun bauen sie nach und nach die Basisstationen auf.

PC Professionell sprach mit Florian Emrich vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS), über den aktuellen Stand in Sachen Strahlenschutz bei Wimax.

PCpro: Warum werden Handys und andere strahlende Geräte nicht mit einem Warnhinweis der Sorte »Mobil telefonieren und surfen kann Ihre Gesundheit gefährden!« versehen?

Emrich: Nach dem derzeitigen wissenschaftlichen Kenntnisstand besteht unterhalb der Grenzwerte keine gesundheitliche Gefährdung durch den Mobilfunk. Allerdings gibt es nach wie vor wissenschaftliche Unsicherheiten, gerade hinsichtlich möglicher Langzeitfolgen. Deshalb empfiehlt das BfS Vorsorgemaßnahmen: Die Strahlenbelastung der Bevölkerung muss minimiert werden, außerdem ist eine gezielte und koordinierte Forschung gefragt. Warnungen oder Verbote sind berechtigt, wenn es erwiesene Gesundheitsschäden gibt.

PCpro: Welche Strahlenbelastung ist durch Wimax zu erwarten?

Emrich: Für Wimax gelten die gleichen Grenzwerte wie für andere elektromagnetische Felder in diesem Frequenzbereich, zum Beispiel UMTS. Elektromagnetische Felder nehmen in einer freien Umgebung mit zunehmender Entfernung von der Quelle stark ab. Natürlich müssen dabei die Strahlungscharakteristik der Sendeantenne, die umliegenden Häuser, der Bewuchs und das Geländeprofil berücksichtigt werden.

PCpro: Macht es einen Unterschied in der Belastung, ob der jeweilige Haushalt Wimax tatsächlich nutzt?

Emrich: Ja, denn wer Wimax verwenden will, muss Endgeräte für die Kommunikation mit der Basisstation installieren. Diese Geräte sind keine reinen Empfänger, sondern senden selbst auch Daten zur Basisstation.

PCpro: Mittlerweile finden sich in vielen Haushalten mehrere Handys, WLAN und DECT-Telefone ? und möglicherweise befindet sich in der Nähe auch noch ein Handy-Mast oder in Zukunft vielleicht eine Wimax-Sendestation. Ist das ein Grund zur Sorge?

Emrich: Die generelle Zunahme verschiedenster elektromagnetischer Quellen im Haushalt darf nicht unterschätzt werden. Das Bundesamt für Strahlenschutz betreibt mit dem Deutschen Mobilfunk-Forschungsprogramm hier das größte Forschungsprojekt weltweit auf diesem Gebiet. Im Rahmen dieses Projektes wird die Strahlenbelastung infolge unterschiedlicher Quellen elektromagnetischer Strahlung untersucht.


Elektrosmog vermeiden

Interview zum Thema Wimax und Strahlenbelastung

Die folgenden Maßnahmen helfen, eine mögliche gesundheitliche Belastung durch hochfrequente Strahlung zu reduzieren:

[1] Nutzen Sie schnurgebundene GeräteNetzwerk-Kabel statt WLAN, DSL statt Wimax, Tischtelefone statt Handys oder DECT-Geräte.

[2] SAR-Wert
Achten Sie beim Kauf auf einen möglichst niedrigen SAR-Wert. Stellen Sie vor dem Kauf eines DECT-Telefons oder WLAN-Routers sicher, dass das Gerät die Strahlungsleistung bedarfsgerecht regelt. Wenn Basisstationen dauerhaft strahlen, dann platzieren Sie sie in Räumen, in denen Sie sich selten aufhalten.

[3] Ausschalten
Schalten Sie die Geräte aus, wenn Sie sie nicht benötigen, zum Beispiel nachts. DECT-Basisstation und Mobilteile sollten Sie außerdem stets gemeinsam ausschalten, damit sich die Geräte nicht in einen strahlungsintensiven Suchmodus begeben.

[4] Empfang
Telefonieren Sie mit dem Handy nur bei gutem Empfang, ansonsten erhöht es die Sendeleistung. Schicken Sie eine SMS, anstatt zu telefonieren.

[5] Headset
Nutzen Sie drahtgebundene Headsets, das minimiert die Strahlung, die direkt auf den Kopf einwirkt.

[6] Verbindung
Halten Sie GSM-Handys erst dann an den Kopf, wenn die Verbindung aufgebaut wurde.

[7] Abstand
Wahren Sie generell einen möglichst großen Abstand zu den jeweiligen Geräten, tragen Sie sie also beispielsweise nicht ständig direkt am Körper.