Mit AMD und ATI in Tunesien

Allgemein

Wenn INQporter ein wenig Sonne tanken wollen, dann kann es sie in die tunesische Hauptstadt verschlagen. In der zufällig gerade AMD/ATI ihre neue Grafikkarten-Kollektion einer Weltelite von Journalisten vorstellen, die sich durch NDA-Vereinbarungen zu striktester Geheimhaltung hat knebeln lassen.

Diese Show konnten sich Inquirer-Gründer Mike Magee sowie die Chefreporter Charlie Demerjian und Theo Valich nicht entgehen lassen. Sie unterschreiben zwar grundsätzlich keine NDAs, die sich oft nicht nur auf technische Einzelheiten, sondern auch auf Angelegenheiten der Firma beziehen. Ein wenig umgesehen und umgehört haben sie sich doch – und hatten ein wenig Spaß mit den PR-Fuzzis von AMD/ATI.

Wie Mike berichtet, hat sich die rote Königin inzwischen in ein riesiges Monster mit grünen Glubschaugen verwandelt, die einen wahren PR-Alptraum veranstaltete. Die mächtige Königin sortierte die willigen NDA-Schreiber auf der AMD/ATI-Show in zwei Gruppen. Die einen erhielten die klaren und unmissverständlichen Ansagen des Chipherstellers, während die anderen ganz tief dort einzutauchen wagten, wohin sich ansonsten nur die härtesten Geeks wagen.

Bei einem gepflegten Buffet mit einigen anderen IT-Schreibern brach das Gewitter los. Theo hielt es für angebracht, die Nahrungsbestandteile im Magen eines eigentlich ganz netten Kerls von ATI in den offenen Aufruhr zu versetzen:

„Ihr wisst schon, dass OCWorkbench Sachen von der Konferenz berichtet hat. Damit ist klar, dass die NDAs nicht mehr die geringste rechtliche Bindung haben.“

Hätte er wohl besser nicht gesagt. Augenblicklich war der ganze Tisch in Aufruhr. Der nette Junge von ATI ließ Messer und Gabel fallen und rannte los wie der geölte Blitz. Bevor die INQporter begriffen, was überhaupt los war, rannten PR-Fuzzis wie kopflose Hühner durch die Gegend. Schließlich materialisierte einer von AMD, der Giuseppe Amato genannt wurde (und der es auch war). Wie in einer pantomimischen Version von Aladin umarmte er Theo Valich wie einen alten Freund.

Die INQ-Schreiber speisten gepflegt zu Ende. Da sie neugierig geworden waren, zogen sie dann los, um vom hochrangigen PR-Macher Chris Evenden zu erfahren, was zum Teufel eigentlich vor sich ging. Es kam zu einer interessanten und byzantinischen Konversation über NDAs.

jaccuse.jpg
Jetzt hör mal her, Mike

Das ergab den reichlich absurden Dialog:

Mike: „Sind die NDAs geplatzt?“
Chris: “Kommt darauf an, was jetzt als Public Domain zu gelten hat.“
Mike: “Und was gilt als Public Domain?”
Chris: “Das steht im NDA.”
Mike: “Wir unterschreiben keine NDAs. Wir sind und bleiben echte Gentlemen, auf deren Wort man sich verlassen kann.”
Chris: “Ich kann dir nicht sagen, was Public Domain ist, wenn du kein NDA unterschreibst.”

Die INQ-Vertreter entschieden sich dafür, ihre redaktionelle Tätigkeit nach bestem Wissen und Gewissen fortzusetzen, da es sich offensichtlich um eine Art von rechtlicher Grauzone handelte.

Stunden später – sie saßen inzwischen entspannt an der Bar – kam eine dringende SMS von AMD-ATI. Kurz danach kam noch eine ganz wichtige PR-Fachkraft und verlangte von ihnen, sie sollten eine Inquirer-Geschichte ändern – die im Übrigen nur eine Reportage war.

Der Kerl regte sich immer mehr über die Einzelheiten von Theos Reportage auf, bis sie – wie ihnen später berichtet wurde – dem PR-Typen ihr Panasonic-Notebook hin schoben und ihn aufforderten:

„Zum Teufel auch, warum schreibt ihr die **(@*((@$*)*@ Geschichte nicht selbst?“

Es sollte noch schlimmer werden. Techie Raj Ji kam später auf sie zu und beschwerte sich: „Ihr habt uns einen Dolchstoß in den Rücken versetzt. Mein Boss Rod (wer ist denn das – d. Red.) ist außer sich vor Wut.“

Seither fragen sich Mike Magee und die Seinen: Ist ATIs einst freundliche Firmenkultur im Rachen eines grünäugigen Monster namens AMD gelandet?

(Von Mike Magee / adaptiert von bk)

Linq