Hedge Fonds hecken Patentklagen aus

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Es gibt Verbindungen zwischen der aktuellen Welle von Patentklagen und führenden Hedge Fonds sowie Privatanlegern. Das Wirtschaftsmagazin Forbes hat Zusammenhänge aufgedeckt.

Die kleinen Firmen, die große Software- und Hardwarehersteller mit Klagen wg. „geistigen Eigentums“ überziehen, werden auch gerne Patent-Trolle genannt. Sie können aber nur trollen, weil ihnen jemand reichlich Spielgeld dafür gibt.

Wie Forbes herausfand, kommt die Kohle zum Beispiel von Altitude Capital Partners, einer Anlagegesellschaft in New York, die 250 Million $ von Hedge Fonds und anderen Geldgebern eingesammelt hat. Altitude wurde 2005 von Robert Kramer gegründet, der zuvor im Management des Hedge Fonds Fortress Investment Group saß. Kramer will nicht Patent-Troll genannt werden, sondern redet von legitimen Ansprüchen:

„Ich gehe nicht gefühlsmäßig an diese Frage heran. Ich bin ein Finanzinvestor.“

Coller IP Capital in London sowie Northwater Capital in Toronto sind weitere Fonds, die mit dreistelligen Millionenbeträgen auf Patentgewinne wetten.

Altitude allein hat 100 Millionen $ in neun Patent-trollende Firmen investiert. So bekam zum Beispiel DeepNines 8 Millionen $, um Altitude im Gegenzug mit einem Prozentsatz an den möglichen Gewinnen aus einer Klage gegen die Sicherheitsfirma McAfee zu beteiligen. Es geht dabei um ein Patent, das Intrusion Detection und Prävention mit einem Firewall in einem Gerät verbindet. McAfee hingegen geht davon aus, dass das Patent auf zuvor bekannter Technologie beruht. Lange und kostspielige gerichtliche Auseinandersetzungen sind zu erwarten – solange das Geld fließt und das Patentrecht dazu einlädt.

Altitude finanzierte auch die Patentklage gegen das Ebay-Feature „Sofort kaufen“. Analysten nennen Altitude & Co die „Waffenhändler“ in einer neuen Serie von Patentkriegen.

(Nick Farrell/bk)

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