Gericht: eBay muss doch den Arsch bewegen

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Wir kennen die faule Ausrede: “Wir sind nur die Plattform. Wir können nicht alle unsere Verkäufer kontrollieren, das ist nicht unsere Zuständigkeit”, säuselten geschniegelte eBay-Adepten schon oft in TV-Kameras. Ein Gerichtsurteil dürfte den smarten Managern das feiste Grinsen aus dem Gesicht wischen: eBay muss in offensichtlichen Fällen doch den Hintern hoch kriegen und handeln.

Ist klar erkennbar, dass es sich bei Versteigerungen um Fälschungen handelt, muss das Online-Auktionshaus eine Veräußerung stoppen, entschied nicht irgendein Provinzrichter, sondern gleich mal der Karlsruher Bundesgerichtshof (Aktenzeichen: I ZR 35/04). Da ist keine Instanz drüber, das muss eBay so schlucken.
Angebote von Plagiaten müsse das Auktionshaus ab sofort unverzüglich sperren, sobald es davon Kenntnis hat. Auch müsse eBay nun Vorsorge treffen, dass es nicht mehr zu Markenverletzungen komme. Erstens klingt das teuer (vor allem bei Nichtbeachtung) und zweitens dürfte dem Internet-Auktionator damit ein schöner Teil seiner Umsätze wegbrechen.
Beim Kläger handelte es sich übrigens um den Uhrenhersteller Rolex – und dessen Zeitzeiger zählen gewiss zu den am häufigsten kopierten Gegenständen überhaupt. Diese tauchten nachweislich natürlich auch bei eBay auf.
Kommentar von eBay? Das Urteil habe keine Auswirkungen auf die Geschäftspraxis des Unternehmens. Man suche ja schon seit langer Zeit nach Fälschungen. Ja klar. Um sie zu kaufen. Als Geschenk, hmm? (tkr/rm)

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