Filmindustrie in der digitalen Speicherlücke

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Die Segnungen des digitalen Zeitalters treffen die Filmindustrie besonders hart: Speichermedien sind entweder unbezahlbar, oder unzuverlässig.

Als Hollywood im Kielwasser experimentierfreudiger Independents die digitale Produktion übernahm, schien ein goldenes neues Zeitalter angebrochen: keine zentnerschweren Zelluloid (oder Polyester)-Filmrollen mehr, sondern handliche, moderne Digitalspeicher. Der Kater kam nach wenigen Monaten: Sowohl gebrannte optische Discs (DVD) als auch typisches digitales Videoband zeigen nach überraschend kurzer Zeit Erinnerungslücken, wie Filmemacher und Produzenten immer wieder schmerzlich feststellen mussten. Manche Bänder werden innerhalb von 18 Monaten unlesbar, andere entwickeln in kürzerer Zeit beträchtliche Fehlerraten. Selbst die anerkannt haltbaren Festplatten können nicht als langfristige Speicher-Alternative dienen, das niemand weiss, ob Computer in 20, 40 oder 80 Jahren noch heutige Ports und Formate kennen. Im Gegensatz dazu lassen sich altmodische Filmrollen in kühlen, trockenen Räumen über Jahrhunderte ohne Verluste aufbewahren. Und genau das ist auch die verzweifelte Lösung der Traumfabriken: nach der vollständig digitalen Produktion wird der Film mit allen Out-Takes auf Analog-Film umkopiert. Da weiss man, was man hat. [fe]

Variety