Mr. Siemens stürzt in sein eigenes Schwert

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38 Jahre stand sein Gesicht für Siemens, und Frau Merkel hält ihn noch immer als Berater. Kurz vor Mitternacht gab er auf und erklärte, zum 25. April sein Mandat als Aufsichtsratsvorsitzender niederlegen zu wollen.

Natürlich nicht, weil er sich auch nur entfernt für den Schmiergelder- und Bestechungssumpf in seinem Laden verantwortlich führte. Das alles war während seiner Zeit als Vorstandsvorsitzender – als solcher hielt er sich immerhin 14 Jahre – und später als Aufsichtsratsvorsitzender geschehen. Gewusst hat er nichts, weil ihm ja keiner was gesagt hatte. Im Vergleich zum Siemens-Vorstand sei “eine Bananenrepublik eine transparente Einrichtung”, kommentierte der bayerische IG-Metall-Boss süffisant.

Der Herr von Pierer redete vielmehr von Pflicht und Verantwortung, die er für die Firma und die weltweit 475.000 Beschäftigten habe. Nein, er begehe keine Fahnenflucht, denn er wolle sich an der Aufklärung beteiligen, hatte er noch vor kurzem getönt.

Sein Nachfolger wird Gerhard Cromme, der früher schon mal Chef von Thyssen-Krupp war. Pierer verabschiedete sich, indem er sich noch einmal die Hände in Unschuld wusch:

“Eine persönliche Verantwortlichkeit mit Blick auf die laufenden Ermittlungen war nicht Grundlage meiner Entscheidungen.”

(bk)

SZ

Siemens versinkt im eigenen Sumpf