Die Strompreise steigen und das Umweltbewusstsein wächst: Energiesparen ist angesagt. Aber wie lässt sich bei der Arbeit mit dem PC Strom sparen? Im Labortest gehen wir dieser Frage nach.
3000 Megawattstunden Strom sparen
Energiesparen
Wäre der Hintergrund der Google-Website schwarz statt weiß, könnten jährlich rund 3000 Megawattstunden Strom gespart beziehungsweise 1000 Tonnen Steinkohle weniger in einem Kraftwerk verbrannt werden. Das rechnete kürzlich der Autor des Eco-Iron-Blogs vor. Doch die Rechnung ist nur richtig, wenn alle Google-Nutzer noch mit Röhrenmonitoren arbeiten würden. Denn diese zeigen bei weißem Schirm tatsächlich eine höhere Leistungsaufnahme als bei schwarzem. Besitzer von TFT-Monitoren brauchen sich nicht angesprochen fühlen. Denn der Energiebedarf von TFTs hängt nicht relevant vom Bildinhalt ab.
Stand-by richtig nutzen
Um die Stromrechnung tatsächlich zu verringern, sollten Anwender in den Stand-by-Modus schalten, wenn der PC zeitweise nicht genutzt wird. Damit lässt sich die Energieaufnahme eines Büro-PCs von typischerweise 100 bis 150 auf unter 5 Watt reduzieren.
Angenommen der Rechner läuft an 225 Arbeitstagen im Jahr durchschnittlich drei Stunden ungenutzt, weil der Mitarbeiter nicht am Platz ist, so ließen sich mit dem Stand-by-Modus (S3/S4) fast 100 kWh sparen. Bei einem Strompreis von 15 bis 20 Cent pro Kilowattstunde sind das immerhin zwischen 15 bis 20 Euro pro Jahr. Schon für jeden Einzelnen ist das eine nennenswerte Summe, hochgerechnet auf mehrere PCs in Firmen kommt eine hübsche Summe zusammen.
Microsoft Windows kennt allerdings verschiedene Stand-by-Arten. Grundlage sind die ACPI-Spezifikationen (Advanced Configuration and Power Management Interface). Sie sehen die unterschiedlichen Betriebszustände S0 bis S5 vor. Im Zustand S0 ist das System voll funktionstüchtig, bei S5 komplett ausgeschaltet. Die Modi dazwischen unterscheiden sich dadurch, welche Einheiten des Rechners jeweils noch aktiv sind. Der S1-Modus bringt nur geringe Stromeinsparung: Die CPU wird in einen Halt-Status versetzt und der Monitor deaktiviert, Lüfter, Netzteil und Erweiterungskarten laufen aber weiter. Weit wirksamer sind die Modi S3 und S4, auch als Suspend to RAM beziehungsweise als Suspend to Disk bekannt. Der S2-Modus spielt in der Praxis keine Rolle.
Im S3-Modus bleiben das Speicherabbild und die Prozessor-Register der aktuellen Arbeitssitzung im Arbeitsspeicher komplett erhalten. Bis auf das RAM werden aber alle anderen Komponenten von der Stromversorgung getrennt. Das System muss beim Aufwachen nicht wieder neu gebootet, sondern nur aus dem Speicher zurückgelesen werden. Im Test dauert der Vorgang nur 6 bis 10 Sekunden. Der S4-Modus funktioniert vergleichbar, allerdings wird das Systemabbild auf der Festplatte abgelegt und das System vollständig abgeschaltet. Das Aufwecken des Systems dauert durch das Lesen von der langsameren Festplatte bei den Testsystemen mindestens 20 Sekunden und damit deutlich länger als beim S3-Modus. Dafür bleibt die Sitzung aber auch dann erhalten, wenn der Netzstecker gezogen wird.









