US-Soldaten mögen keine High-Tech-Ausrüstung

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Eine halbe Milliarde Dollar gab die Armee für die elektronischen Gadgets des “Land Warrior”-Programms aus. Bei der Erprobung in einer “Kompanie Alpha” zeigte sich jedoch, dass die GIs wenig damit anfangen können.

In den guten alten Zeiten machten Handsignale und lautes Zurufen die Kommunikation auf dem Schlachtfeld aus. Doch jetzt sind die Kämpfenden mit verschlüsselten Sendern verbunden und sollen über ein am Helm befestigtes Display erkennen können, wo sich ihre Mitstreiter befinden.

Diese Ausrüstung sollte vor allem “Friendly Fire”-Zwischenfälle verhindern helfen, bei denen versehentlich Mitglieder der eigenen Truppe unter Beschuss genommen werden, was immer wieder und auch mit tödlichen Folgen geschieht. Während das an Fahrzeugen befestigte System “Blue Force Tracker” das freundliche Feuer im Irak reduziert haben soll, hat sich das Infanterie-Gegenstück offenbar nicht als brauchbar erwiesen.

Die Soldaten zu Lande halten den ganzen Technikkram für überflüssigen Ballast. Sie ziehen es offenbar weiterhin vor, auf alles zu schießen, was sich bewegt.

Die ganze High-Tech-Ausrüstung wird gar nicht erst eingesetzt. Sgt. James Young, der eine Gruppe von vier M-240-Maschinengewehrschützen anführt, erklärte gegenüber Schreibern von Popular Mechanics:

“Es ist einfach nur eine Ladung Zeugs, das wir nicht benutzen. Es nimmt Platz weg, den wir für sinnvollere Sachen wie Schusswaffen brauchen.”

Und die ganze Technik mache einen zudem zu einem langsameren, größeren Ziel.

Es steht jetzt in Frage, ob das Projekt weiter vorangetrieben wird. Es begann bereits in den 1990er Jahren und konnte überhaupt erst realisiert werden, nachdem teure und schwere Militärtechnik durch leichtere und günstigere Teile aus der zivilen Produktion ersetzt wurde. Sie wurden teilweise in Elektronikläden wie Fry’s Electronics erworben.

(Nick Farrell/bk)

Linq

Popular Mechanics über “Land Warrior”

Telegraph über “Friendly Fire”