Vista optimieren
Der Vista-Wegweiser

BetriebssystemWorkspace

Windows Vista bringt viel Neues – und damit auch Ungewohntes. Der Workshop zeigt Ihnen, wie Sie mit dem neuen Betriebssystem zurechtkommen und es nach Ihren Bedürfnissen zurechtstutzen.

Ungewohnte Windows-Neuerungen

Vista optimieren

Mit »The Wow starts now« bewirbt Microsoft sein neues Betriebssystem. Ungläubiges Staunen dürfte sich tatsächlich bei vielen Anwendern einstellen, die zum ersten Mal mit Windows Vista in Berührung kommen – allerdings weniger wegen der tollen neuen Features. Viele werden stattdessen erstaunt feststellen, dass der Umstieg alles andere als einfach ist. Sich in die schöne, neue Aero-Welt einzuarbeiten, ist anstrengend.

Microsoft verlangt Vista-Willigen einiges ab. Nicht nur die Migration von einem Betriebssystem zum anderen hat ihre Tücken. Gerade in der Bedienung wird sich so mancher Nutzer im neuen Betriebssystem fühlen wie ein Jogger, der seine Trainingseinheiten vernachlässigt hat. Alles geht erst mal schwerfälliger, langsamer – und wo nahm die Route doch gleich ihren Anfang?

Wird Vista nur als Zweitsystem genutzt, stört dies wenig. Man kann sich Zeit lassen und die Vista-Eigenarten in aller Ruhe austesten. Diese Zeit haben Anwender, die Vista mit einem neuen Rechner erworben haben, nicht. Sie müssen täglich mit dem neuen Betriebssystem arbeiten. Und auch im Firmenumfeld ist eine lange Eingewöhnungsphase undenkbarer Luxus, der schlicht Geld kostet.

Um Ihnen den Start mit Vista zu erleichtern, nimmt PC Professionell Sie mit auf eine ausgedehnte Trainingsrunde mit dem neuen Betriebssystem. Auf den folgenden Seiten informieren wir Sie über die größten Vorteile, Schwachstellen und Nachlässigkeiten von Vista. Wir versprechen, nach diesem Parcours sind Sie fit für das Betriebssystem.

Start ohne Straucheln

Microsoft hat mit jeder neuen Betriebssystem-Generation den Umstieg einfacher gemacht. Nach dem Wechsel von Windows 3.1 auf 95 fühlte man sich noch wie auf einem fremden Planeten. Die Unterschiede zwischen 95, 98 und ME hielten sich dann aber schon in Grenzen. Erst mit Windows XP musste sich der Anwender wieder an eine angepasste Bedienerführung gewöhnen. Windows Vista wiederum unterscheidet sich auf den ersten Blick nur wenig von Windows XP. Doch der Teufel steckt im Detail – und genau das bremst Sie im Arbeitsalltag aus.

Bekannte Komponenten wie Outlook Express, Windows Adressbuch und Geplante Tasks hat Microsoft durch neue Anwendungen – Windows Mail, Windows Kontakte und Aufgabenplanung – ersetzt. Einige Tools, unter anderem Net Meeting, Windows Bild- und Faxanzeige und Hyper Terminal, sind komplett verschwunden. Dafür finden sich in Windows Vista neue Tools, beispielsweise ein Partitionierungs-Werkzeug, ein Anti-Spyware-Utility und eine Desktop-Suchmaschine. Aber auch Systemkomponenten wie Microsoft Management Console (MMC), Ereignisanzeige und Gruppenrichtlinien hat der Software-Hersteller aktualisiert.


Ohne Umwege zum Ziel

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Ob Startmenü, Schnellstartleiste oder Systray – abgesehen von der neuen Windows-Sidebar und der frischeren Optik sehen XP und Vista identisch aus. Erst nach einer Einarbeitungsphase fallen Unterschiede auf – teilweise sogar gravierende: Das Startmenü listet nun alle Einträge in einer Ebene auf. Die Desktop-Suche ist in nahezu jedem Fenster präsent. Und die Benutzerkontensteuerung erinnert den User bei fast jedem Klick daran, dass er nur über temporäre Admin-Rechte verfügt.

An einigen Stellen hat es Microsoft auch mit der Usability übertrieben. Markieren Sie etwa im Windows-Explorer einen Ordner, zeigt der Datei-Manager die Schaltfläche Explorer an. Ein Mausklick öffnet den markierten Ordner, doch kein einziger Anwender dürfte sich jemals auf diese Weise durch die Verzeichnisse klicken.

Zudem wartet Vista auch mit schlichtweg unsinnigen Befehlen auf. Wollen Sie regelmäßig genutzte Anwendungen in die Schnellstartleiste integrieren, klicken Sie den entsprechenden Eintrag im Startmenü mit der rechten Maustaste an und wählen Zur Schnellstartleiste hinzufügen. Seltsam: Klicken Sie dann das Icon in der Schnellstartleiste mit der rechten Maustaste an, steht dieser Befehl ebenfalls bereit.

Lücken mit Zusatzsoftware füllen

Vista ist deutlich besser ausgestattet als alle bisherigen Windows-Versionen. Dennoch kommt kaum ein Anwender um den Einsatz spezieller Utilitys herum. Bislang ist das Angebot an Software, die reibungslos unter Vista läuft, noch überschaubar.


10 Vista-Tools, die jeder braucht

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Diese Programme dürfen auf keinem Vista-Rechner fehlen. Abgesehen von Avira Antivir Personal Edition Classic und Process Explorer 10.21 sind die Anwendungen nicht speziell für Vista programmiert. Allerdings haben wir uns im Test davon überzeugt, dass sich die Tools nicht negativ auf die Systemstabilität auswirken.

[1] Virenscanner
Ideal für den Einsatz im Privatbereich ist der kostenlose Virenscanner Avira Antivir Personal Edition Classic. Eine spezielle Version, die auch unter Windows Vista fehlerfrei läuft, stellt der Hersteller ab 10. April zum Download bereit.

[2] Packer-Tool
Mit dem ZIP-Format kommt Vista von Haus aus klar. Um auch RAR-, TAR- und ISO-Dateien entpacken zu können, müssen Sie aber zu einer externen Lösung greifen. Empfehlenswert ist der Open-Source-Allround-Packer 7 Zip 4.42.

[3] Task Manager
Bereits unter Windows XP hat sich der Process Explorer 10.21 etabliert, der alle laufenden Prozesse nebst PIDs und CPU-Auslastung anzeigt. Auch für Vista-Nutzer ist das Tool eine unverzichtbare Hilfe. Praktisch: Auf Wunsch ersetzt es den Vista-eigenen Task Manager.

[4] Autostart-Verwalter
Hier hat Microsoft zwar nachgebessert: Die Verwaltung der Autostartobjekte im Windows-Defender ist gut. Noch besser geeignet ist wegen des größeren Funktionsumfangs aber der Autostart-Spezialist Codestuff Starter 5.6.2.8.

[5] Dateimanager
In der Praxis gibt es nur einen Grund, den Windows-Explorer durch ein anderes Programm zu ersetzen: Die fehlende Zwei-Fenster-Darstellung. Die bietet das Tool Free Commander 2006, das das Datei-Management deutlich vereinfacht.

[6] Passwort-Verwaltung
Passwörter müssen sicher gespeichert werden. Eine sehr große Hilfe ist dabei Kee Pass 1.06. Mit dem Tool sortieren Sie Kennwörter in Rubriken, versehen sie mit einem Ablaufdatum und sichern sie in verschiedenen Datenbanken.

[7] Virtuelles Laufwerk
Ebenfalls per Zusatz-Tool nachrüsten müssen Sie ein virtuelles Laufwerk. Virtual Clone Drive 5.1.4.5 erweitert das System um bis zu acht CD/DVD-Laufwerke, die sich mit Image-Dateien der Formate BIN/CUE, ISO und IMG bestücken lassen.

[8] Brenn-Tool
Deep Burner Free 1.8 brennt Audio- und Daten-CDs, schreibt Daten auf DVD und erzeugt und schreibt ISO-Dateien. Somit ist das Tool der Brennroutine von Vista deutlich überlegen.

[9] System-Tuning
DTweak 1.2 Free ist eines der ersten Tuning-Tools, die speziell für Vista entwickelt wurden. Experimentierfreudige User verändern damit einfach versteckte Systemeinstellungen wie Benutzerkontensteuerung, Flip 3D und Startparameter.

[10] Download-Manager
Der Internet Explorer 7 wartet zwar mit vielen sinnvollen Funktionen auf, ein Download-Manager fehlt aber. Diese Lücke schließt Free Download Manager 2.1. Das Tool setzt abgebrochene Downloads fort, beherrscht zeitgesteuerte Download
s und arbeitet mit dem IE 7 und der Zwischenablage zusammen.