Dilemma mit mobilen Daten selber auslöffeln!
Höchste Zeit, dass die Mobilfunkbetreiber merken, wo die Musik spielt

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Die Vorstellung, dass die Betreiber eines Tages mehr Geld mit Daten als mit Sprache machen werden, können sie sich in die Haare schmieren, kommentiert Guy Kewney bissig.

Fehlgeleitete Mobilfunkstatistiken?

Dilemma mit mobilen Daten selber auslöffeln!

Heute überrascht mich so schnell nichts mehr. Aber eine Statistik, die mir vorige Woche in die Hand fiel, hat es geschafft.

Eines meiner Steckenpferde ist die Frage nach Musik-Downloads auf Mobilgeräten – ein äußerst ärgerliches Thema, weil eine Unmenge Leute einen Riesenrummel darum machen, obwohl hinter dem Ganzen keinerlei Substanz steckt. Jedenfalls musste ich mir vorige Woche eine ganz besonders abartige Präsentation von jemandem anhören, der uns wirklich weismachen wollte, dass die Menschen ihre Mobilgeräte nicht nur zum Herunterladen von Popsongs sondern auch Pop-Videos verwenden. Man bedenke, dass ein Mobiltelefon so ziemlich das teuerste Ding ist, um Musik käuflich zu erwerben – und der Gedanke, dass die Deppen Musik und Videos von iTunes herunterladen und den Mobilfunkbetreibern satte Profite bringen, ist einfach absurd.

Die Zahl, welche mich aufspringen und nach Atem ringen ließ, betraf den Umfang des Geschäfts mit Textnachrichten. Hochrechnungen zeigen, dass die Einkünfte aus SMS-Nachrichten in den nächsten fünf Jahren fast 70 Milliarden Dollar weltweit einbringen werden. Das ist grob gerechnet das Doppelte vom weltweiten Musikgeschäft. Nicht des Geschäfts mit den Musik-Downloads sondern des gesamten weltweiten Musikgeschäfts – Universal, Sony Warner, EMI und alle die anderen. Tatsächlich machen die Musik-Downloads auf Handys in Form von Klingeltönen im Moment mal gerade fünf Prozent des Musikgeschäfts aus.


Mobilfunkbetreiber: Rosige Bilder von goldenen Zeiten – und verblasste graue Zellen?

Dilemma mit mobilen Daten selber auslöffeln!

Die Propagandamaschinerie des Mobilfunks malt in der Zwischenzeit die Zukunft in den rosigsten Farben und versetzt uns in den Beginn eines goldenen Zeitalters, wo der mobile Datenverkehr größer und profitabler wird als die Sprachübertragung. Und wirklich, gerade im Moment machen die Betreiber der Mobilgeräte mehr Geld mit dem Datenverkehr als es ihnen jemals wieder möglich sein wird.

Alle Zeichen deuten darauf hin, dass die Kunden diese Art von Kommunikation in zunehmendem Maße über das Breitband-Internet abwickeln werden und nicht über das Handy. SMS schreiben, das profitabelste Peer-to-Peer Nachrichtensystem, welches je vorstellbar war, wird von den Instant Messengers bedroht – obwohl sich die rivalisierenden Messenger-Anbieter momentan weigern zu kooperieren.


Wenigstens weniger idiotische Mobilfunkprognsen!

Dilemma mit mobilen Daten selber auslöffeln!

All diese Zahlen füllen gerade mal die Portokasse, verglichen mit dem, was wir für Telefonate ausgeben. Was mich bei der kürzlichen 3GSM-Messe in Barcelona wirklich getröstet hat, war die große Anzahl von Leuten, welche die Zeichen der Zeit erkannt hat, uns weitere idiotische Prognosen über die Bedeutung von mobilen Daten erspart und sich wieder auf das konzentriert, wovon sie Ahnung hat.

Preisfrage: Was mag ich wohl über Fernsehen per Handy denken??