Microsoft Management Console 3.0
Vista voll im Griff

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Seit Windows 2000 ist sie fester Bestandteil des Betriebssystems und hilft Administratoren bei der Arbeit: Die Microsoft Management Console (MMC). In Windows Vista ist Version 3.0 des mächtigen Admin-Tools eingebaut.

MMC 3.0 in Vista schon dabei

Microsoft Management Console 3.0

Die Management Console als Admin-Zentrale dafür hat Microsoft sie entwickelt. Dabei können Sie mit der MMC an sich nichts anfangen. Sie bietet nur der Rahmen für so genannte Snap-Ins. Diese Erweiterungen bieten die eigentlichen Funktionen, um Computer genau zu konfigurieren und zu verwalten. Die MMC 3.0 bringt schon einige Snap-Ins von Haus aus mit, doch auch Snap-Ins von Drittanbietern können in die Konsole integriert werden.

Auf den ersten Blick hat sich im Vergleich zur Vorgängerversion vor allem optisch einiges getan. Das Konsolen-Fenster ist nun drei- statt zweigeteilt. In der neuen Spalte auf der rechten Seite, dem so genannten Aktionsfeld, zeigt Ihnen die MMC immer an, welche Operationen Sie mit dem gerade markierten Snap-In ausführen können. Die gleichen Einträge finden Sie auch hinter der Schaltfläche Aktion in der Menüleiste. Der Dialog zum Hinzufügen oder Entfernen von Snap-Ins im Datei-Menü ist nun einfacher zu bedienen Microsoft hat hier an der Usability geschraubt.


Neue Snap-Ins

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Mit Version 3.0 hat Microsoft der Management Console neue Features spendiert. Besonders vier neue Snap-Ins sind einen Blick wert:

Aufgabenplanung: Das Tool Geplante Tasks, unter Windows XP noch ein Stand-alone-Utility, finden Sie nun als MMC-Snap-In wieder. Damit planen Sie nicht nur Aufgaben für eine bestimmte Zeit, sondern auch in Abhängigkeit eines bestimmten Ereignisses.

NAP-Clientkonfiguration: Network Asccess Protection (NAP) stellt sicher, dass sich nur Clients am Netz anmelden, die gewisse Sicherheitsvorschriften einhalten. Dazu zählen etwa aktuelle Patches und Virensignaturen. Clients mit Lücken werden entweder abgewiesen oder mit Updates versorgt und dann zugelassen.

Windows-Firewall: Über dieses Snap-In lässt sich die Firewall nun noch feiner konfigurieren, als dies mit dem Sicherheitscenter möglich ist.

Zuverlässigkeit und Leistung: Das Snap-In stellt eine ganze Reihe von Funktionen zur Verfügung, mit denen Administratoren das Verhalten des Systems und Ereignisse über einen längeren Zeitraum aufzeichnen und auswerten.

Die neue Management Console 3.0 ist abwärtskompatibel. Konsolen, die Sie mit der MMC 1.2 oder 2.0 erstellt haben, lassen sich nach wie vor über Datei/Öffnen öffnen. Snap-Ins, die in der aktuellen MMC nicht mehr vorhanden sind wie etwa Defragmentierung werden zwar angezeigt. Wählen Sie diese an, quittiert Ihnen die MMC dies jedoch mit der Fehlermeldung »Das Snap-In konnte nicht erstelle werden«. Solche Snap-Ins können Sie getrost entfernen.
Vorsicht: MSC-Dateien, die Sie mit der MMC 3.0 speichern, können von einer älteren Management Console in der Regel nicht verarbeitet werden.


Jedem Admin seine MMC

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Die große Stärke der Management Konsole ist ihre Flexibilität. Sie können sich zu Beginn Ihre individuelle Konsole mit allen benötigten Snap-Ins zusammenstellen, diese speichern und dann immer wieder verwenden sogar auf fremden Vista-Rechnern. So finden Sie auf jedem PC ihre eigene Arbeitsumgebung vor und müssen sich diese nicht erst umständlich zusammenklicken.

Öffnen Sie dafür zunächst die Konsole, indem Sie im Suchfeld des Startmenüs mmc eingeben und mit [Enter] bestätigen. Die leere MMC bestücken Sie nun über Datei/Snap-In hinzufügen/entfernen. Per Hinzufügen übernehmen Sie Snap-Ins von der linken in die rechte Liste und bestätigen mit OK. Alle Snap-Ins werden unterhalb des Knotens Konsolenstamm angeordnet. Im Menü Snap-Ins hinzufügen/entfernen können Sie dies ändern, indem Sie auf Erweitert klicken und das Kontrollkästchen aktivieren. Nun haben Sie bei jedem Snap-In die Wahl, welchem Knoten Sie es unterordnen wollen. So definieren Sie etwa ein Snap-In als Eltern-Element eines anderen Snap-Ins. Auf diese Weise bauen Sie sich nach und nach eine eigene Ordner-Struktur auf, durch die Sie ähnlich wie beim Windows Explorer navigieren.

Per Datei/Speichern sichern Sie schließlich Ihre persönliche Konsole als MSC-Datei, die Sie jederzeit per Doppelklick aufrufen.


Benutzermodus zur Weitergabe

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Nachdem Sie die MMC Ihren Wünschen angepasst haben sollten Sie vor dem Speichern noch vom Autoren- in den Benutzermodus wechseln. Eine Konsole, die im Benutzermodus gespeichert wurde, kann zwar noch voll genutzt, aber nur eingeschränkt verändert werden. Im Menü Datei/Optionen haben Sie im Drop-Down-Feld Konsolenmodus die Wahl zwischen dem Autorenmodus und drei Benutzermodi. Im Benutzermodus dürfen Sie keine Snap-Ins hinzufügen, entfernen oder ändern. Admins können so eine einmal konfigurierte Konsole den Mitarbeitern aushändigen, so dass diese auch nur mit den eingerichteten Funktionen arbeiten.

Um Usern generell den Zugriff auf die MMC als Autor zu verbieten, erstellen Sie eine entsprechende Richtlinie. Fügen Sie der Konsole dazu das Snap-In Gruppenrichtlinienobjekt-Editor hinzu. Öffnen Sie dann unterhalb des neuen Eintrages den Ordner Benutzerkonfiguration/Administrative Vorlagen/Windows-Komponenten/Microsoft Management Console und öffnen Autorenmodus für Benutzer nicht zulassen per Doppelklick. Nun wählen Sie im Reiter Einstellungen den Punkt Aktiviert und bestätigen mit OK. Konsolen, die nicht im Benutzermodus gespeichert wurden, verweigern ab sofort die Zusammenarbeit mit einer Fehlermeldung dazu zählt auch der Aufruf einer leeren Konsole per mmc.exe.

Da Administratoren sich mit dieser Richtlinie selber ausschließen, können Sie im Notfall selbige auch nicht ohne weiteres rückgängig machen. Um dennoch wieder Konsolen öffnen und bearbeiten zu können, tippen Sie im Suchfeld des Startmenüs gpedit.msc ein. Mit diesem Befehl öffnen Sie den Gruppenrichtlinienobjekt-Editor direkt ohne Umweg über die Konsole. Nun können Sie die Einstellungen zurücknehmen.