Peinliche Schwierigkeiten für Infosys-Gründer

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Vor kurzem war er noch ein Held, weil er reichlich Jobs nach Indien brachte. Aber dann spielte er die Nationalhymne in seinem Betrieb ab und kritisierte Politiker.

N. R. Narayana Murthy war 1981 Mitbegründer des indischen Software-Hersteller Infosys. Die Firma beschäftigt heute weltweit 69.000 Angestellte und setzt über 1,5 Milliarden Euro um.

Nach dieser ganzen Erfolgsgeschichte unterlief Murthy nun ein Fauxpas: Der indische Präsident A. P. J. Abdul Kalam (Bild) besuchte seinen Betrieb. Murthy ließ eine instrumentale Version der Nationalhymne abspielen, um den anwesenden ausländischen Mitarbeitern zu ersparen, die Hymne mitsingen zu müssen. Damit brach er allerdings eine uralte Tradition, nach der Sänger auf der Bühne das Publikum beim Singen der Hymne anleiten.

Die wohl unerwartete und zugegeben extreme Folge: Das Parlament des südlichen Bundesstaates Karnataka, in dem Infosys angesiedelt ist, fordert nun seine Verhaftung und Ausweisung! Die heftige Reaktion lässt sich leicht erklären: Die Politiker nutzen den Zwischenfall für einen Gegenangriff, da der Infosys-Gründer das politische Establishment gern und häufig wegen der mangelhaften Infrastruktur im indischen Silicon Valley kritisiert. (rm)

Bild: Indische Regierung

Autor: BrittaW
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