Kreatives Toolkit: Creative Suite 3 Master Collection
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Mit der Creative Suite 3 startet Adobe einen Frontalangriff auf Mediadesigner undWeb-Entwickler. Alle spannenden neuen Features enthüllt der Betatest.

Testbericht

Kreatives Toolkit: Creative Suite 3 Master Collection

Das neue Magnum Opus für Mediengestalter heißt Creative Suite 3 Master Collection. Darin hat Adobe ein riesiges Komplettpaket für Kreative zusammengestellt. Mit an Bord sind die mit Macromedia übernommenen Tools Dreamweaver, Fireworks, Flash und Contribute; der Adobe-Web-Editor Golive steht vorerst auf dem Abstellgleis. Einzelne Features sollen jedoch nach und nach in Dreamweaver einfließen.

Alle Highlights der Creative Suite 3 (CS3) stellen wir Ihnen in diesem Beta-Test vor. Die Final-Version wird Adobe voraussichtlich Mitte April (englisch) beziehungsweise Anfang Mai (deutsch) veröffentlichen.

Zukunftsprojekt Integration

Die bis zu 20 Applikationen der Suite besitzen eine einheitliche Installationsroutine. Zudem hat man Programmoberflächen und Benutzerführung weiter vereinheitlicht. So gehen Photoshop, Illustrator, Indesign, Flash und Dreamweaver Hand in Hand. Komplett ist die Integration aber noch nicht: Denn Ultra zum Beispiel fügt sich nicht in After Effects ein, und die Tastaturkürzel in Flash sind nicht an Premiere angepasst. Vielfach funktioniert auch der Dateiaustausch nicht per Drag and Drop. Meist klappt er aber per Copy and Paste ohne zusätzliche Konvertierung.

Photoshop mit Zusatzfeatures

Vorbei sind die Zeiten, in denen Filter und Effekte das Zwischenspeichern und Versionieren von Bildern erforderlich machen. Mit der Funktion Smart Filter lassen sich Effekte jetzt als Ebenen in Projekte einfügen, verändern aber nicht die Originalbilddaten.

Mit dem neuen Schnellauswahl-Werkzeug reicht es, Auswahlbereiche grob mit dem Pinsel zu markieren, statt sie zu umzeichnen. Photoshop analysiert das Bild, um die Auswahl selbstständig auf den gesamten Zielbereich auszuweiten. Für mehr Präzision gibt es neue Optionen für den Markierungsrand.

Nützlich für HDR-Fotografien und Gruppenfotos sind die Automatismen für das Ausrichten von Einzelbildebenen und das Angleichen von Überblendungen: Der Befehl Auto-Align richtet mehrere Fotos einer Szene in übereinanderliegenden Ebenen aus; so können ausgewählte Bildelemente in einem Bild kombiniert werden. Auto-Blend passt Tonwerte und Kontraste der Ebenen automatisch an, so dass ein harmonisches Gesamtbild entsteht. Auch das Komponieren von Panoramafotos mittels Photomerge profitiert davon.

Das neue Bedien-Interface von Photoshop schafft Platz auf der Arbeitsfläche, denn Paletten lassen sich als Icon minimieren und einfacher anordnen. Wer mit RAW-Dateien arbeitet, kann sich auf eine einfachere Bedienung von Camera Raw freuen. Einfach per Schieberegler lassen sich Kurvendefinitionen, Tonwerte, Helligkeit und Farbtrennung konfigurieren. Zudem sind auch non-destruktive Filter für RAW-Dateien verfügbar.

Mit Photoshop Extended gibt es in einigen CS3-Varianten eine völlig neue Photoshop-Version, die vor allem für Videodesigner und Animatoren gedacht ist. Mit ihr lassen sich einzelne Frames in Videos bearbeiten und Zeichentrick-Animationen erstellen. Das Fluchtpunkt-Tool bietet erweiterte Optionen für das einfache Kombinieren von 2D-Fotos und 3D-Objekten. Für die wissenschaftliche Bildanalyse finden sich in Photoshop Extended Funktionen für das Ausmessen, etwa von Länge, Umfang und Fläche eines spezifischen Bildinhalts. Beim Zählen von Blutkörperchen auf einem medizinischen Foto hilft beispielsweise ein klickbasiertes Zähl-Tool. Mediziner und Mathematiker profitieren von den Austauschformaten DICOM und MATLAB.

Design für Mobilgeräte

Um Grafiken und Animationen fehlerfrei für Handy und PDA zu erstellen, gibt es Device Central. Das ist ein vollwertiger Emulator, mit dem die Dateien auf Kompatibilität zu bestimmten Mobilgeräten geprüft werden können. Dabei werden Gerätefunktionen, Lichtreflexe und die Performance realistisch simuliert. Die Bibliothek umfasst mehrere hundert Gerätedefinitionen ? unter anderem auch den Touchscreen im Jaguar XKA8.

Schneller Layouten mit Indesign

Auch Layoutern macht Adobe das Arbeitsleben leichter, denn sie können nun mehrere Grafiken, Texte oder Layouts zu einem Stapel zusammenfassen und gezielt in Rahmen platzieren. Zwischen den Elementen eines Stapels, die als Thumbnails angezeigt werden, wechselt man schnell mit den Pfeiltasten. Oft verwendete Features, Stile und Skripts startet Indesign schon nach Eintippen der Anfangsbuchstaben, und für mehr Übersicht sorgt die Seitenübersichtspalette, die Live Previews der einzelnen Seiten anzeigt.

Bilder bearbeiten Layouter in Indesign direkt im Rahmen und wenden Photoshop-Effekte non-destruktiv an. Vor allem früher mühevolle Transparenz-Effekte sind so sehr schnell und separat auf Objekte und Texte anzuwenden.


Websites mit Dreamweaver und Flash

Kreatives Toolkit: Creative Suite 3 Master Collection

Webdesign-Einsteigern hilft Dreamweaver mit zahlreichen Templates, deren Code ausgezeichnet kommentiert ist. Statt CSS- und Javascript-Code selber zu schreiben, dienen Templates etwa für Widgets, Tabellen und visuelle Effekte als Grundlage. Sie lassen sich per Drag and Drop aus dem Spry-Framework übernehmen. Der Code kann dann angepasst werden, wobei ein Browser-Kompatibilitäts-Check beim Aufspüren von Problemen hilft.

Wer Flash-Filme erstellen will, kann Dateien direkt aus Photoshop und Illustrator mit allen Ebenen importieren. Selbst Videodateien fließen zügig in Flash ein und können für Web oder Mobilgeräte komprimiert werden. Statt Animationen aufwendig zu coden, können diese visuell erstellt und nach Action Script 3.0 portiert werden.

Effekte für Einsteiger

Ein Schmankerl bietet After Effects: Mit dem Marionetten-Modul verpassen Sie dem Foto einer Figur mit leicht zuklickbaren Pins Gelenke, die Sie mit der Maus ziehen, um einfache Animationen zu erzeugen. After Effects bewegt die betroffenen Pixel mit. Simple Stehaufmännchen sind bereits nach wenigen Minuten animiert. Für abstrakte Animationen erstellen Sie Vektorformen aus einfachen geometrischen Formen und Polygonen.

Statt sich in Effekte einzuarbeiten, können Anwender die Arbeit auch After Effects überlassen. Brainstorm erstellt experimentelle Varianten von Projekten auf Basis grob ausgewählter Effekte. Der User kann dann jede Variante anpassen. Das eignet sich zwar weniger für professionelle User, führt Einsteiger aber schnell zu ansehnlichen Ergebnissen.

Einfachere Vektoren mit Illustrator

Wer Vektorformen mit vielen Ankerpunkten bearbeitet, klickt schnell falsch. Doch nun lassen sich Anfasser viel einfacher auswählen, da Illustrator die Punkte vergrößert anzeigt, wenn sich der Mauszeiger nähert. Auch das Zeichnen von Vektoren ist einfacher, unter anderem, weil Illustrator den Pfad automatisch durchzeichnet, wenn Sie Ankerpunkte und Vektoren löschen, so dass das Objekt intakt bleibt.

Audioverstärkung für Premiere

Um einzelne Szenen eines längeren Videos durch Slow Motion, Rückwärtsspulen oder Fast Motion zu betonen, ist weniger Handarbeit nötig. Dank Time Remapping lässt sich die Wiedergabe direkt in der Zeitleiste durch Stauchen oder Strecken mit der Maus beeinflussen. Damit ist auch die Länge eines Videos leichter an die Dauer eines Musikstückes anzupassen, obgleich der umgekehrte Weg die Regel ist.

Mit OnLocation wird Premiere ein mobiles Aufnahmestudio zur Seite gestellt. Ein Camcorder kann damit per Firewire direkt auf die Festplatte eines Notebooks oder PCs aufnehmen. Monitoring-Tools sorgen für die optische und akustische Qualitätskontrolle. Am Set filtern Effekte Moiré-Muster oder Streifen aus dem Bild.

Audio-Verstärkung erhält Premiere von Soundbooth, einem kleinen Audioeditor etwa für das Entfernen von Störgeräuschen, Lautstärke-Anpassung, Fade-in/out. Und Ultra unterstützt
Premiere bei Greenscreen-Aufnahmen. Das Tool kombiniert nach wenigen Klicks eine Greenscreen-Aufnahme mit einem virtuellen Setting, das in die Grünfläche eingsetzt wird. Als Hintergrund eignen sich Photoshop-Dateien sowie animierte 3D-Umgebungen. Mehrere Quellen können zu einem komplexen virtuellen Set zusammengefügt werden. Die Qualität des Compositings genügt etwa bei Haaren, Reflexionen oder halb transparenten Objekten zwar nicht höchsten Ansprüchen. Für die Geschwindigkeit und Einfachheit ist sie aber gut.

Fazit

Die Master Collection schießt den Vogel ab. So viele gelungene Standardapplikationen und nützliche Neuerungen im Detail hat es noch nie auf einen Streich gegeben. Viele Änderungen beschleunigen den kreativen Arbeitsprozess, indem sie alte Hürden abbauen. An der Integration der Einzelapplikationen muss Adobe jedoch weiter arbeiten.

Gegenüber der Summe der Einzelpreise ist die Mega-Suite ein echtes Schnäppchen. Doch wer mehrere Programme parallel nutzen will, muss auch in Rechen-Power investieren: Ein Pentium 4 mit 3,4 GHz oder eine Multicore-Intel-CPU sollten es für die Master Collection schon sein. Auch 2 GByte RAM und eine große Festplatte sind empfehlenswert, insbesondere für das HD-Recording. CS3 unterstützt MacOS X ab Version 10.4.9 sowie Windows XP und Vista.


Version CS 3 Design Standard

Kreatives Toolkit: Creative Suite 3 Master Collection

Preis: 2022 Euro
Preis Upgrade: 832 Euro

Zielgruppe
Print- und Grafikdesigner

Kernapplikationen
Indesign, Photoshop, Illustrator, Acrobat 8 Pro

Zusatzapplikationen
Bridge Acrobat Connect, Version Cue, Device Central, Stock Photos


Version CS3 Design Premium

Kreatives Toolkit: Creative Suite 3 Master Collection

Preis: 2617 Euro
Preis Upgrade: 1189 Euro

Zielgruppe
Print- und Grafikdesigner mit Ambitionen für Web, Mobile Media und etwas 3D

Kernapplikationen
Indesign, Photoshop Extended, Illustrator, Acrobat 8 Pro, Flash Pro, Dreamweaver

Zusatzapplikationen
Bridge, Acrobat Connect, Version Cue, Device Central, Stock Photos


Version CS3 Production Premium

Kreatives Toolkit: Creative Suite 3 Master Collection

Preis: 2617 Euro
Preis Upgrade: 1189 Euro

Zielgruppe
Videoprofis

Kernapplikationen
After Effects Pro, Premiere Pro, Photoshop Extended, Flash Pro, Illustrator, Soundbooth, Encore, On Location, Ultra

Zusatzapplikationen

Bridge, Acrobat Connect, Stock Photos, Device Central, Dynamic Link, Capture in After Effects


Version CS3 Web Standard

Kreatives Toolkit: Creative Suite 3 Master Collection

Preis: 1189 Euro
Preis Upgrade: 534 Euro

Zielgruppe
Webdesigner

Kernapplikationen
Dreamweaver, Flash Pro, Fireworks, Contribute

Zusatzapplikationen
Bridge, Acrobat Connect, Version Cue, Device Central, Stock Photos


Version CS3 Web Premium

Kreatives Toolkit: Creative Suite 3 Master Collection

Preis: 2260 Euro
Preis Upgrade: 951 Euro

Zielgruppe
Webdesigner mit mehr Ansprüchen an effektvolle Bearbeitung und Distribution

Kernapplikationen
Dreamweaver, Flash Pro, Photoshop Extended, Fireworks, Illustrator, Acrobat 8 Pro, Contribute

Zusatzapplikationen
Bridge, Acrobat Connect, Version Cue, Device Central, Stock Photos


Version CS 3 Master Collection

Kreatives Toolkit: Creative Suite 3 Master Collection

Preis: 3569 Euro
Preis Upgrade: bei einer Suite: 2974 Euro, bei zwei Suites (Adobe und Macromedia) 2022 Euro

Zielgruppe
Kreativagenturen und Mediadesigner für Print, Online, Mobile und Video

Kernapplikationen
Indesign, PhotoshopExtended, Illustrator, Flash Pro, Dreamweaver, Contribute, Fireworks, After Effects Pro, Premiere Pro, Soundbooth, Encore, Acrobat 8 Pro, On Location, Ultra

Zusatzapplikationen
Bridge, Stock Photos, Acrobat Connect, Version Cue, Device Central, Capture in After Effects, Dynamic Link