Deutsche Telekom bekommt Konkurrenz bei schnellen Internetzugängen

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Die Bundesnetzagentur macht der Deutschen Telekom Druck: Sie will das Unternehmen verpflichten, seinen Wettbewerbern im Festnetz Zugang zu ihren Kabelschächten zu ermöglichen.

Durch die Forderung der Bundesnetzagentur wird der Aufbau von Netzen für die Konkurrenz deutlich erleichtert.

Reicht der Platz in den Schächten für zusätzliche Kabel nicht aus, sollen die Wettbewerber sogar Zugang zu den frisch verlegten Glasfaserleitungen der Telekom erhalten. Damit droht der Telekom eine spürbare Konkurrenz beim Breitbandzugang zum Internet via DSL und VDSL. Die Hansenet beispielsweise hat bereits den Ausbau ihrer Netze angekündigt.

Bis dato mietet die Konkurrenz die Strecke vom Hauptverteiler zu den Kabelverzweigern und weiter zu den Anschlüssen in Wohnungen und Büros meistens von der Telekom. Dabei sind sie auf das Kupferkabel angewiesen. Der Zugang zu dem in einigen Städten schon verlegten Glasfaserkabel blieb ihnen bisher verwehrt. Zukünftig können sie den Hauptverteiler umgehen und Daten und Gespräche bis zum Kabelverzweiger durch eigene Leitungen führen.

Die Netzagentur hofft, mit ihrem Vorstoß die DSL-Versorgung in ländlichen Gebieten zu beschleunigen. Diese haben wegen der hohen Erschließungskosten momentan keinen Zugang zu Breitbandnetzen.

Die Verfügung der Netzagentur wird nicht vor dem Spätsommer in Kraft treten. Bis zum 4. Mai müssen alle Beteiligten ihre eventuellen Einwände formulieren. Anschließend wird die Agentur ihre Pläne der EU sowie den 26 Regulierungsbehörden der EU-Mitgliedsstaaten unterbreiten. (bwi)

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