Nokia-Siemens: Frisch verheiratet und schon Ehekrise

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Es passt ins Bild, dass der neue Netzwerk-Riese zum 1. April seine Geschäfte aufnahm. Doch zum Scherzen und Lachen ist den Beteiligten bestimmt nicht, wo doch nicht einmal klar ist, welche gemeinsamen Produkte angeboten und wo sie überhaupt produziert werden sollen.

60.000 Beschäftigte hat das deutsch-finnische Gemeinschaftsunternehmen Nokia Siemens Networks (NSN), davon 37.000, die Siemens in die Firmenehe schickt – der ehemalige Geschäftsbereichs Communications, kurz Com. Dessen Belegschaft war Kummer gewohnt, taumelte man doch jahrelang von einer Restrukturierung in die nächste, erinnert Betriebsrat Alexander Sowa. Schlimmer noch, die ehemalige Com-Sparte ist gerade jener Siemens-Bereich, den die Münchner Staatsanwaltschaft seit Herbst wegen schwarzer Kassen durchleuchtet. „Es hat bei Nokia Gesprächsbedarf gegeben“, räumte man beim Münchner Technologiekonzern ein – und legte 300 Millionen Euro mehr Aussteuer auf den Tisch, um die Nerven der Finnen zu besänftigen. Jetzt warten alle – intern wie extern – auf eine Marschrichtung, die das neue Management hoffentlich bald vorgibt. (rm)

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