CRM für Vermögensberater
Salesforce hofft, Bloomberg zu verdrängen

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Salesforce nimmt mit der bald verfügbaren Version seines CRM-Dienstes (Customer Relationsship Management) für Finanzmakler den Finanzgiganten Bloomberg ins Visier. Funktioniert der Plan?

Kundeninfos und marktnahe Finanzdaten verknüpfen

CRM für Vermögensberater

Die “Wealth Management Edition” des gehosteten CRM-Dienstes Salesforce soll zwischen Juli und September diesen Jahres auf den Markt kommen und verfügt über eingebaute Kunden- und Interessentenprofile, Workflow-Einstellungen, Bewilligungsverfahren und andere notwendige Funktionen, die ganz oben bei den wesentlichen Features des CRM angesiedelt sind.

Salesforce meint, dass die Zusammenführung von Finanz- und CRM-Daten sowie die Kooperation mit den Partnern Cisco, Dell und den Informationsanbietern Dow Jones und Thomson Financial den bestehenden Diensten einen enormen Wertzuwachs verleiht.

“Der Effekt besteht darin, dass es einen großen vertikalen Markt an Maklern gibt, der von der Verknüpfung finanzieller Informationen mit den Kunden-Informationen profitieren kann”, sagte Clarence So, Marketingchef für Europa bei Salesforce. “Wir können gegenüber Bloomberg mit Vorzügen aufwarten, weil man bei deren Lösungen ein weiteres Produkt für das CRM braucht und die Bloomberg-Daten proprietär sind.


Schafft Salesforce die Verdrängung von Bloomberg?

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Ein Bloomberg-Terminal gehört bei vielen Maklern zum festen und nicht billigen Inventar, aber Salesforce will einen Tarif von rund 500 Euro pro Monat und Nutzer anbieten. Der Software-Hoster lobt seine Referenzen hinsichtlich der System-Offenheit über den grünen Klee. Auch kann das Unternehmen auf Merrill Lynch (eines der weltweit führenden Finanzdienstleistungsunternehmen) als Neukunden mit 25.000 Arbeitsplätzen verweisen.

Der Deal mit Merrill wird jedoch nicht dazu führen, dass dieses seine Bloomberg-Terminals auf den Müll wirft. Viele Beobachter glauben, dass Salesforce die Bloomberg-Produkte nur ergänzen wird.

“Über die Jahre hat es viele Versuche gegeben, Bloomberg den Garaus zu machen – es hat nie funktioniert”, schrieb Steve Goldstein vom Unternehmens-Informationsdienst Alacra in seinem Blog. “Salesforce mag eine Menge Desktops mit Service verkaufen, aber es ist unwahrscheinlich, dass sie alle auf Kosten von Bloomberg gehen”.

Die Finanzverwalter können also jetzt ihre Kundendaten mit den zeitnahen Finanzdaten ohne zu viele Zusatzarbeiten abgleichen – aber ob Salesforce ein nonstop verfügbares System fast ohne Ausfallzeit – wie Bloomberg – stemmen kann, ist noch fraglich.