Sanyo-Turbulenzen: Präsident flieht

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Die Ereignisse überschlagen sich beim japanischen Elektronikkonzern. So sehr, dass sich nun der Gründerclan des Unternehmens zurückzieht.

Sanyo war jüngst bei Bilanzverschönerungen erwischt worden (wir berichteten). Als Folge daraus hatte kürzlich Vorstandsvorsitzenden Tomoyo Nonaka seinen Hut genommen. Nun gibt Konzernpräsident Toshimasa Iue (Bild) seinen Posten auf. Das Pikante daran: Er war der Enkel des Firmengründers.

Der bisherige Personalvorstand Seiichiro Sano übernimmt nun die Führung von Sanyo. Allerdings steht er vor einem Trümmerhaufen: Angeschlagener Ruf, Verfahren wegen Bilanzbetruges und ein Berg Roter Zahlen sind zu bereinigen.

“Sano könnte die am wenigsten problematische Wahl gewesen sein”, befürchtet Ichitaro Akita, Analyst bei Mitsubishi UFJ Asset Management. Der Manager arbeitet seit 1977 bei Sanyo, die meiste Zeit davon im Bereich Personal. Ob sein Technik-Background für einen Technologiekonzern ausreiche, bezweifeln die Branchenbeobachter.

Vor allem die Sparte Heimelektronik kriselt – dank der chinesischen Billiganbieter. Auch sei die Produktion in den Fabriken nicht allzu effizient organisiert. (rm)

Bild: Japan Times

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