Mehr Power für Ihren Mobile-PC
Notebook-Tuning

MobileNotebook

Fehlt es einem PC an Power oder Speicherplatz, wird er aufgerüstet. Das geht auch beim Notebook und ist gar nicht so schwierig. Diese Anleitung hilft Ihnen.

Austausch von Komponenten

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Die meisten Notebook-Besitzer schrecken davor zurück, ihren altgedienten Mobil-Rechner aufzuschrauben, um ihn durch den Austausch von Komponenten wieder fit für anspruchsvolle Anwendungen zu machen. Auch wenn das System quälend langsam startet, die Performance bei mehreren parallel geöffneten Programmen massiv einbricht und die Festplatte überläuft ? der Leidensdruck reicht in der Regel nicht aus, um sich mit Schraubenzieher und etwas Geduld der Frischekur fürs Notebook zu widmen.
Klar, für den Mobil-Rechner gelten andere Regeln als für den Desktop-PC: Während im PC-Inneren hauptsächlich leerer Raum klafft und alle Komponenten gut zugänglich sind, sind Notebooks hoch integrierte Spezialanfertigungen. An deren Innenleben ist ohne Werkzeug und ohne etwas Tüftelei kaum heranzukommen.
Nicht abschrecken lassen
Diese Einschränkungen sollten den Notebook-Besitzer aber nicht abschrecken, denn bei jedem Notebook lassen sich zumindest einzelne Teile auswechseln und auf den neuesten Stand der Technik bringen. Selbst im Unternehmenseinsatz lohnt der Aufwand, das Gerät nachzurüsten und damit seine Nutzungsdauer zu verlängern, bevor ein teures Neugerät angeschafft werden muss. So lassen sich Notebooks nicht zuletzt auch für den Umstieg auf Windows Vista fit machen.
Damit das Aufrüsten des Notebooks erfolgreich verläuft, ist mehr noch als im Desktop-Bereich darauf zu achten, welche Komponenten überhaupt zugänglich und welches die kompatiblen Ersatzteile sind. Der Spielraum ist eingeschränkt: Da beispielsweise das Mainboard fester Bestandteil des Notebooks ist und sich deshalb nicht wie beim PC wechseln lässt, werden Faktoren wie die Schnittstellen für Laufwerke und Erweiterungskarten oder die möglichen Bustaktraten und Versorgungsspannungen für den Prozessor und Arbeitsspeicher klar vorgegeben. Das Gehäusekonzept legt zudem die Formfaktoren der Ersatzkomponenten fest.

Erst planen, dann schrauben
Vor dem Wechsel der Hardware gilt es, eine genaue Bestandsaufnahme über die Ausstattung und die technischen Daten zu machen. Der Einstieg in die Recherche erfolgt über das Datenblatt des Herstellers aus dem Handbuch oder Internet. Und bevor Sie das Notebook aufschrauben, um die Komponenten im Inneren direkt in Augenschein zu nehmen, helfen auch Software-Tools weiter, mit denen sich die Hardware detailliert analysieren lässt: Die Freeware-Programme SIW (www.gtopa
la.com) und PC Wizard 2007 (www.cpuid. com) beispielsweise benötigen keine Installation und liefern ausführliche Informationen über Mainboard, Prozessor, Arbeitsspeicher, Festplatten und Grafik.
Wichtig: BIOS aktualisieren
Vor dem Austausch der Hardware sollten Sie das BIOS des Notebooks auf den neuesten Stand bringen. Nur so werden schnellere CPUs, größere Speichermengen und neue Festplatten korrekt erkannt. Die neuesten BIOS-Versionen stellen die Notebook-Hersteller nebst BIOS-Flash-Tools auf ihren Webseiten zum Download bereit.

Notebook-Hardware: Wo kaufen?
Die passenden Notebook-Komponenten fürs Aufrüsten zu finden, ist kein Problem: Die großen Händler von PC-Zubehör haben meist auch ein größeres Angebot an Notebook-Komponenten im Portfolio. Bei Alternate oder Computer Universe finden sich neben 2,5-Zoll-Notebook-Festplatten und SO-DIMM-Speichermodulen auch Notebook-Prozessoren. Aufrüstwillige Anwender können sich aber auch an Spezialfirmen wenden, die sich ausschließlich mit Tuning und Upgrades beschäftigen, etwa Hantz (www.hantz.de). Praktisch: Unter www.notebook-speicher.de werden nach Eingabe des Notebook-Modells automatisch die dazu passenden Speichermodule angeboten.
Tools für den Notebook-Check auf Heft-CD/DVD, CD-Code: NOTEBOOK


Der Blick ins Notebook-Innere

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Erst einmal müssen Sie das Notebook öffnen. Glück hat, wer ein Gerät mit praktischen Service-Klappen besitzt. Andernfalls ist etwas handwerkliches Geschick gefragt.

Beim Aufrüsten kommt Ihnen zugute, dass die Notebook-Hersteller die Geräte modular aufbauen. So können sie unterschiedliche Modelle eines bestimmten Notebook-Typs anbieten, die sich nur durch die Speicherausstattung, Festplatte oder CPU unterscheiden. Allerdings muss sich der Anwender anders als der Hersteller in der Produktion erst einmal Zugang zu den Komponenten verschaffen.
Völlig unkompliziert ist die Situation, wenn der Hersteller beim Layout des Notebooks bereits leicht zugängliche Service- oder Revisions-Klappen vorgesehen hat. Diese Klappen liegen auf der Unterseite des Notebooks und werden lediglich von einer oder wenigen kleinen Schrauben gesichert. Sind die Schrauben erst einmal gelöst, lässt sich der Deckel leicht abnehmen, und der Zugang zu den Komponenten wie Arbeitsspeicher oder Prozessor ist unmittelbar frei. Je nach Hersteller werden die Komponenten dabei jeweils einzeln mit eigenen Klappen abgedeckt, oder eine größere Klappe liegt über mehreren Bauteilen.
In beiden Fällen kann die Hardware schnell und ohne großen Aufwand ausgetauscht werden. Bereits beim Kauf lohnt sich aus diesem Grund der Blick auf die Notebook-Unterseite, um herauszufinden, ob sich hier die entsprechenden Zugänge finden. Ein gewisser Aufpreis ist dafür durchaus gerechtfertigt, da er sich spätestens durch die gesparte Zeit beim Nachrüsten amortisiert.
Tastatur vorsichtig abbauen
Wenn die Revisionsklappen fehlen, müssen Sie etwas mehr Aufwand betreiben, um Ihr Notebook zu tunen.

Finden sich an der Unterseite des Notebooks keine Zugänge, führt der Weg ins Innere des Rechners über die Tastaturseite. Zum Lösen der Handflächenauflage und der Tastatur müssen zunächst die entsprechenden Befestigungsschrauben entfernt werden. Die Schrauben sind in der Regel von der Notebook-Unterseite her zugänglich. Nach dem Herausdrehen der Schrauben lässt sich die Abdeckung entweder komplett oder teilweise abheben. Besonders aufmerksam ist dabei auf die kleinen Widerhaken zu achten, von denen die Abdeckungen zusätzlich am Gehäuse gehalten werden.
Mit einem flachen Schraubenzieher werden die Arretierungen ausgehebelt, während die Abdeckung stückweise rundum gelockert wird. Ist die Tastatur freigelegt, wird sie meist noch von Schrauben am Rand gehalten. Oft wird sie aber auch nur von kleinen überstehenden Nasen oder kleinen Clips fixiert. Zum Herausheben muss die Tastatur nach oben durchgebogen werden, um die Ränder freizulegen. Achten Sie darauf, nicht das empfindliche Flachband zu beschädigen, das die Tastatur mit dem Notebook verbindet.
Wichtig: Vor dem Öffnen müssen das Notebook vom Stromnetz getrennt und der Akku abgenommen werden.


Der Hardware-Austausch

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Wir zeigen, wo sich das Aufrüsten lohnt, welches die besten Ersatzkomponenten sind und wie Sie beim Hardware-Tausch vorgehen ? ganz einfach, Schritt für Schritt.

Wie Sie Arbeitsspeicher, Festplatte, Prozessor, optisches Laufwerk und das WLAN-Modul Ihres Notebooks austauschen und den Mobil-Rechner damit fit für die Zukunft machen, erklären wir im Folgenden ausführlich.

Arbeitsspeicher: Garant für mehr Performance
Den größten Performance-Gewinn bringt ein Aufrüsten des Arbeitsspeichers ? bei gleichzeitig geringstem Arbeitsaufwand. Nicht zuletzt beim Umstieg auf Windows Vista wird bei vielen Notebooks der Arbeitsspeicher knapp. Auch wer häufig mit mehreren Anwendungen parallel arbeitet, wird einen deutlichen Leistungszuwachs bemerken, wenn dem Notebook mehr Speicher zur Verfügung steht. Beim Wechsel von 256 auf 512 MByte Speicher bescheinigt der Benchmark Content Creation Winstone einem Intel-Core-2-T7600-Notebook mit Win
dows XP einen Leistungszuwachs von stattlichen 34 Prozent (siehe Benchmarks Seite 168). Der Wechsel von 512 auf 1024 MByte bringt noch einmal acht Prozent mehr Geschwindigkeit. Vom Schritt auf 1024 MByte profitiert ganz besonders Windows Vista ordentlich und arbeitet spürbar schneller. Bereits durch das Speicher-Upgrade lassen sich also die meisten Notebooks beschleunigen.
Der Arbeitsspeicher ist beim Notebook üblicherweise leicht zugänglich. Bei den meisten Modellen spendieren die Hersteller eine eigene Revisionsklappe auf der Unterseite des Notebooks, die sich nach dem Lösen einer oder weniger Schrauben ganz einfach öffnen lässt. Unter der Abdeckung befinden sich in der Regel zwei Speichersockel. Bei älteren Notebook-Modellen kann auch nur ein Sockel von der Notebook-Unterseite her erreichbar sein, der zweite liegt dann versteckter unter der Tastatur.
Eigenes Format: Der Notebook-Speicher im SO-DIMM-Format (SO steht für Small Outline) ist ein Stück kürzer als die Module für Desktop-Systeme. Das vorhandene Modul lässt sich aus dem Sockel entfernen, indem man die seitlichen Halteklammern nach außen biegt, bis das Modul von selbst ein wenig nach oben klappt. Ziehen Sie es dann aus der Sockelleiste. Das Austausch-Modul wird anschließend seitlich angefasst und von schräg oben in den Sockel geschoben. Danach wird der Speicher leicht nach unten gedrückt, bis die Halteklammern einrasten.
Allerdings ist beim Tausch zwischen Modulen nach DDR- oder DDR-2-Bauart zu unterscheiden. Die Speicherriegel haben zwar jeweils 200 Kontakte ? der Schutzsteg befindet sich aber an unterschiedlicher Stelle (siehe Bild auf Seite 162 unten).
Auf die Größe kommt es an: Beim Nachrüsten kommt es vor allem auf die Menge des Speichers an. Eine schnellere Taktung macht sich im Praxiseinsatz so gut wie nicht bemerkbar. Entscheidend ist vielmehr, dass der Speichertakt vom BIOS und Chipsatz unterstützt wird. Im Idealfall rüsten Sie mit größeren Modulen der gleichen Spezifikation wie DDR-400 oder DDR2-533 nach. Sind die neuen Module auf höhere Taktraten spezifiziert, müssen Sie prüfen, welche Frequenzen sich im BIOS vorgeben lassen. Unter Umständen kann die automatische Erkennung der schnelleren Speichermodule über den SPD-Chip zu Startproblemen führen. Bauen Sie in diesem Fall die alten Speicher wieder ein, schalten Sie die SPD-Erkennung im BIOS aus und starten mit dem Ersatzspeicher neu.
Identisch bestückt: Bei der Neubestückung von Notebooks mit den Intel-Mobilchipsätzen der 910- oder 915-Serie und neuer, sollten immer beide Speichersockel mit zwei gleich großen und möglichst baugleichen Speicherriegeln belegt werden. Nur so lässt sich die Dual-Channel-Speicherschnittstelle nutzen, die für ein paar Prozent mehr Leistung gegenüber der Verwendung eines einzelnen Speichermoduls gut ist. Bei Notebooks mit AMD-CPU ist der Dual-Channel-Speicher erst Mitte 2006 mit dem AMD-Mobile-Turion-X2-Prozessor und dem neuen Sockel S1 eingeführt worden.


Schnell zu mehr Speicherplatz

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Eine modernere Festplatte bringt zwar ebenfalls spürbare
Geschwindigkeitsgewinne ? bei den meisten Anwendern wird allerdings eher der zu knapp gewordene Speicherplatz den Anstoß fürs Aufrüsten geben. Bis zu 200 GByte sind aktuell im 2,5-Zoll-Notebook-Format erhältlich.
Die meisten älteren Notebooks nutzen noch die parallele IDE- oder genauer P-ATA-Schnittstelle. S-ATA (Serial Advanced Technology Attachment) setzt sich aber auch im Mobilbereich immer mehr durch. Favorit der Redaktion zum Aufrüsten von IDE-Systemen sind die Samsung-Spinpoint-M80-Modelle. Die Platten liefern hohe Datenraten und arbeiten außerdem besonders leise. 160 GByte kosten 110 Euro, 80 GByte rund 55 Euro. Wer eine S-ATA-Platte nachrüsten will, greift zu Modellen aus Seagates Momentus-5400.3-Reihe (von 60 Euro für 80 GByte bis 130 Euro für 160 GByte).
Augenfälliger Unterschied zwischen den beiden Schnittstellen ist der Anschlussstecker. IDE-Festplatten für Notebooks besitzen eine Leiste mit 47 Pins, bei der auch die Stromversorgung integriert ist. S-ATA-Festplatten haben dagegen zwei Stecker, die identisch zur Desktop-Variante sind: einer mit sieben Kontakten für die seriellen Daten und ein weiterer mit 15 Kontakten für den Stromanschluss.
Achtung: Bei älteren Notebooks lässt sich bei großen IDE-Festplatten mit mehr als 128 GByte die Kapazität der Platten nicht voll auszunutzen. Mit der 128-GByte-Grenze hat aber heute kaum noch ein System zu kämpfen. Entscheidend ist, dass der Mainboard-Chipsatz, das BIOS und auch das Betriebssystem mit einer 48-Bit-Adressierung für die Festplatte umgehen können. Prüfen Sie hier im Einzelfall die Herstellerspezifikationen.
Auch die Bauhöhe der Festplatte spielt kaum mehr eine Rolle, da bei 2,5-Zoll-Notebook-Festplatten fast nur noch die flache Bauform mit einer Höhe von 9,5 mm angeboten wird. Selbst wenn im Gerät ein Laufwerk mit einer Höhe von 12,5 mm eingebaut war, kann man problemlos die flache Bauform benutzen. Die Festplatten werden meist ohnehin mit einem Halterahmen im Gehäuse befestigt. Der Zugang erfolgt wie beim Arbeitsspeicher idealerweise bequem über Revisionsklappen, ansonsten umständlicher über den Ausbau der Tastatur.
Datenumzug planen: Nicht vergessen werden darf, dass der Wechsel der Festplatte besondere Vorbereitung voraussetzt, sollen die bestehende Installation und Daten weitergenutzt werden. Ein Überspielen der bestehenden Partitionen klappt am einfachsten über einen externen PC, da das Notebook in der Regel nur über eine einzige Festplattenschnittstelle verfügt. Wird der Weg über den PC gewählt, können S-ATA-Festplatten unmittelbar am PC angeschlossen werden, da sie die gleichen Daten- und Stromstecker wie die größeren 3,5-Zoll-Desktop-Festplatten verwenden. Damit lässt sich deren Inhalt 1:1 zwischen der alten und neuen Platte verschieben. Bei IDE-Notebook-Festplatten helfen spezielle Adapter weiter, die ab 15 Euro erhältlich sind und zum Anschluss am IDE-Bus des PCs dienen. Das Überspielen der Partitionen übernehmen Disk-Cloning-Programme wie Ghost Drive Image oder Acronis True Image ? entweder über ein Image auf der Festplatte des PCs oder per Direkt-Kopie zwischen den beiden Notebook-Festplatten.
Recovery-Partition löschen: Oft finden sich auf der Notebook-Festplatte kleinere, versteckte Partitionen in unbekanntem Format. Dabei handelt es sich um Service-Partitionen: Die Notebook-Hersteller legen hier ein Image der Grundinstallation ab und ermöglichen damit ein Wiederherstellen des Auslieferungszustands ohne zusätzliche Recovery-Medien. Da im Falle eines Festplattencrashs aber auch die Recovery-Partition zerstört werden kann, bringt sie nur bedingte Sicherheit. Wenn die Grundinstallation mit einer Cloning-Software vorher auf einem externen Medium wie DVD gesichert ist, kann beim Einrichten der Ersatzfestplatte auf die zusätzliche Service-Partition verzichtet werden. Diese nimmt sonst nur einige Gigabyte vom Festplattenplatz weg.


Prozessor-Tuning für Tüftler

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Auch ein Prozessor-Update ist bei vielen Notebooks möglich. Wer sich jedoch an diesen Schritt wagt, sollte den Aufwand und die Vorteile klar abwägen. Performance-Gewinnen von 10 bis 30 Prozent steht meist ein nicht unerheblicher Aufwand entgegen. Denn zum Wechsel des Prozessors muss erst der Prozessorkühler entfernt werden. Dieser ist oft noch mit der Kühlung für den Chipsatz verbunden, was zu einem komplizierteren Aufbau führt, der mit vielen Schrauben befestigt ist. Nach dem Wechsel der CPU ist beim Wiedereinbau des Kühlers auf den exakten Sitz zu achten. Entscheidend ist auch, dass die alte Wärmeleitpaste oder das Wärmeleitpad zwischen Kühler und Prozessor komplett entfernt und durch ein hochwertiges Ersatzprodukt ersetzt werden. Der gute Wärmeübergang
zwischen CPU und Kühler ist gerade im kompakten Notebook-Gehäuse für eine wirkungsvolle Kühlung absolut entscheidend.
Für das CPU-Upgrade kommen nur gesockelte Prozessoren in Frage. Das sind alle PGA-Varianten (Pin Grid Array). Low-Voltage- und Ultra-Low-Voltage-Prozessoren, die sich in der Regel in Mini- und Sub-Notebooks finden, sind meist gelötet und damit keine Austauschkandidaten. Bei allen einigermaßen aktuellen Intel-Notebooks sitzt der Mobil-Prozessor im Micro-PGA479-Sockel. AMD verwendet den Sockel 754 im mPGA-Format für Mobil-CPUs mit Speichercontroller für DDR-Module und den neuen Sockel S1 für die Modelle, die mit DDR2-Speicher zusammenarbeiten. Um den Prozessor aus dem Sockel zu nehmen, muss zunächst die Verriegelung gelöst werden, indem man die Schraube am Prozessorsockel durch eine halbe Umdrehung öffnet.

In der Familie bleiben
Doch der Sockel alleine sagt noch wenig über die Aufrüstbarkeit aus. Auch wenn eine große Auswahl unterschiedlicher Prozessoren rein mechanisch im Notebook Platz finden, ist eine weitere Vorauswahl zu treffen. Wichtig ist zum einen, dass der Mainboard-Chipsatz den Frontside- oder Systembus-Takt (FSB) des neuen Prozessors unterstützt, die notwendigen Spannungen liefern kann und dass sich im BIOS des Mainboards die passenden Multiplikatoren zum Einstellen des Prozessortakts vorgeben lassen. Diese Voraussetzung ist in der Regel nur dann gegeben, wenn der neue Prozessor aus der gleichen oder einer nah verwandten Produktfamilie stammt.
Lohnend kann beispielsweise das Upgrade von einer Single-Core- auf eine Dual-Core-CPU sein, also beispielsweise von einem Intel-Core-Solo- auf einen Core-Duo-Prozessor. Ebenso kann von einem Intel Core 2 Duo T5xxx mit 2 MByte L2-Cache auf einen schnelleren Core 2 Duo T7xxx mit 4 MByte Cache aufgerüstet werden. Immer lohnt sich der Umstieg von den abgespeckten Intel-Celeron-M-CPUs auf die vollwertigen Pentium- oder Core-Prozessoren mit dem gleichen Kern (Banias, Dothan, Yonah oder Merom). In der PC Professionell, Ausgabe 05/2007, auf Seite 166 gibt es eine Übersicht der Notebook-Chipsätze und der damit kompatiblen Prozessoren.

Weitere Hürde: Verlustwärme
Doch selbst wenn die technischen Daten übereinstimmen, kann eine höhere Wärmeentwicklung durch die schnellere CPU dem Tuning einen Strich durch die Rechnung machen. Erster Effekt: Die Lüfterregelung des Notebooks erhöht als Reaktion auf die gestiegene Verlustwärme die Lüfterdrehzahl und sorgt für eine deutlich größere Lärmbelastung. Im schlimmsten Fall läuft der Prozessor heiß und provoziert Defekte. Da das gesamte Kühlkonzept durch den Wechsel der CPU aus dem Gleichgewicht gebracht wird, können auch andere Komponenten wie das Mainboard oder die Festplatte in Mitleidenschaft gezogen werden. Nach einem Auswechseln der CPU sollte deren Temperatur deshalb mithilfe eines Tools wie Speedfan oder PC Wizard 2007 ? beide auch auf der Heft-CD/DVD zu finden ? unter unterschiedlichen Lastsituationen überwacht werden.
Hinweise auf die Verlustleistung der Prozessoren gibt die Angabe zur Thermal Design Power (TDP). Nach dieser Zahl legen die Notebook-Hersteller das Kühlkonzept aus. Bleibt der TDP-Wert der Ersatz-CPU weitgehend gleich, ist nicht mit Problemen zu rechnen. Die Angaben finden sich für aktuelle AMD-CPUs unter www.amdcompare.com, bei Intel unter processorfinder.intel.com.


Optische Laufwerke – Fit für DVD und Dual-Layer

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Auch das optische Laufwerk lässt sich nachrüsten, wenn höheres Brenntempo verlangt wird oder der vorhandene Brenner noch nicht mit Dual-Layer-DVDs zurechtkommt. Entsprechende Slimline-Laufwerke sind für rund 60 bis 100 Euro erhältlich und universell einsetzbar. Am einfachsten ist der Tausch, wenn das Notebook einen Wechselschacht für das Laufwerk hat. Dann sind allenfalls ein oder zwei Halteschrauben zu lösen. Nicht viel mühsamer ist es, wenn das Laufwerk in einem Wechselrahmen eingebaut ist, der sich nach Lösen eines Auswurfhebels einfach ausziehen lässt. Dann muss das Laufwerk aus dem Rahmen ausgebaut werden, aber auch dazu reicht ein Schraubenzieher. Nur wenn das Laufwerk fest im Gehäuse eingebaut ist, muss das Notebook ähnlich zerlegt werden wie beim Prozessor- oder Festplattentausch.
Die Blende des Laufwerks wird als Bezel bezeichnet. Ein Standard-Bezel kann immer verwendet werden; besitzt das Notebook ein spezielles Bezel passt das jedoch möglicherweise nicht zum neuen Laufwerk. Kompatibel zueinander sind alle Blenden nach GBAS-Standard (General Bezel Assembling).

Besser funken mit WLAN
Wenn Sie sich mit dem langsamen 802.11b-WLAN Ihres Notebooks nicht zufrieden geben wollen, lässt sich etwas machen. Denn die WLAN-Module werden meist als Standard-Module im Mini-PCI- oder seit neuestem im Mini-PCI-Express-Format im Notebook eingebaut. Beim WLAN-Kauf ist aber darauf zu achten, dass eine Installations-CD beiliegt ? die Treiber sind sonst nur schwer zu beschaffen. Probleme kann auch das BIOS machen, wenn es das WLAN-Modul nicht akzeptiert. Hier kann es helfen, zunächst beim Notebook-Hersteller nach passenden Modulen zu fragen. Intel-Modelle verursachen am seltensten Kompatibilitätsprobleme.
Nach dem Wechsel des WLAN-Moduls muss die Antenne wieder angeschlossen werden. Auch bei Notebooks, die ursprünglich nicht mit WLAN ausgerüstet waren, findet sich oft schon eine Antenne im Gehäuse.
Rechtlich ist der Einbau eines neuen WLAN-Moduls allerdings problematisch ? spätestens wenn das Notebook als Störsender gefunden wird. Denn die CE-Prüfung des Notebooks gilt immer nur für die Originalkonfiguration. Es haftet der Inverkehrbringer ? und das ist der Anwender, der das neue Modul eingebaut hat.

Grafikkarte – Keine Chance für 3D-Freaks
Kaum Chancen bestehen beim Großteil der Notebooks, eine zu schwache Grafikeinheit aufzurüsten. Meist verwenden Notebooks eine im Chipsatz integrierte Grafik, und selbst wenn ein dedizierter Grafikchip mit eigenem Speicher genutzt wird, werden Chip und Speicher aus Kostengründen direkt auf das Mainboard gelötet.
Zwar gibt es bei ATI und Nvidia mittlerweile Bestrebungen, mit den Axiom- beziehungsweise MXM-Modulen auch austauschbare Grafikkarten für Notebooks zu standardisieren, die Marktverbreitung solcher Notebooks ist aber noch sehr gering. Zudem gibt es bei den Modulen unterschiedlicher Hersteller bislang auch große Kompatibilitätsprobleme.


Akkuwechsel

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Mit der richtigen Pflege leben Notebook-Akkus deutlich länger, dennoch ist irgendwann
Nachrüsten angesagt. Billige No-Name-Produkte sind dabei keine gute Wahl.
Nimmt die Betriebszeit des Mobil-PCs fernab des Stromnetzes rapide ab, wird es Zeit, den Notebook-Akku auszutauschen. Selbst moderne Lithium-Ionen-Akkus haben nur eine begrenzte Lebensdauer und Zahl an möglichen Ladezyklen. In der Praxis verringert sich die Leistungsfähigkeit bei Akkus bereits nach 300 bis 500 Ladezyklen merklich. Das kann schon nach einem Jahr intensiven Gebrauchs der Fall sein.
Mit guter Pflege lässt sich die Lebensdauer auf zwei bis drei Jahre verlängern. Dazu sollte der Akku möglichst vollständige Ladezyklen durchlaufen und nicht ständig zwischen Netz- und Batterie-Betrieb gewechselt werden. Auch wenn alle Stromsparfunktionen aktiviert sind, kann der Akku länger leben. Denn mit dem verringerten Leistungsbedarf des Notebooks wird auch ein niedrigerer Entladestrom vom Akku gefordert. Ein zu hoher Entladestrom wirkt sich ebenfalls negativ auf die Lebensdauer aus.
Beim Nachkauf kommt es auf Qualität an, denn Akkus enthalten neben Ladungsspeichern auch komplexe Elektronik. Greifen Sie zu Akkus Ihres Notebook-Herstellers; als Alternative kommen allenfalls Ersatzprodukte namhafter Batterie-Hersteller oder von Akku-Spezialisten in Frage.
Von billigen No-Name-Produkten sollten Sie die Finger lassen. Im Zweifel hilft es, beim Anbieter des Ersatzakkus nachzufragen, welche Akku-Zellen er verwendet.