Web-Design kontra Web-Leistung
Die Guten, die Schlechten und die Toten

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Das Design mag noch so gut sein – aber wenn Web-Anwendungen nicht schnell genug sind, haben sie bei den Nutzern keine Chance

Lahme Websites sind chancenos

Web-Design kontra Web-Leistung

Rasmus Lehrdorf, der Erfinder von PHP, sprach auf der von Ryan Carson veranstalteten Konferenz “Future of Web Applications” letzten Monat in London. PHP wird laut Netcraft von mehr als 19 Millionen Domänen eingesetzt und stellt die am meisten verbreitete serverseitige Skripttechnologie für das Web dar.

Ungeachtet der Bezeichnung der Konferenz hat sich Lehrdorf offensichtlich an solchen stumpfsinnigen und öden Themen wie Leistung festgekrallt, die er als einen häufigen Grund für das Versagen von Web-Anwendungen herausstellte.

!Ihre Webseite muss schnell sein”, meinte er. “Es kann nicht angehen, dass man auf einer Seite etwas anklickt und sich fragt, ‘Hallo, hab ich überhaupt drauf geklickt?'”


Ms Live ist zu langsam

Web-Design kontra Web-Leistung

Dieses Problem wird allzu häufig übersehen. Die offenkundigsten Aspekte einer Webseite oder Anwendung sind ihr Design und die Eigenschaften, aber Leistungsfähigkeit ist ein extrem wesentlicher Faktor der Benutzerfreundlichkeit.

Die Leute kehren auf langsame Seiten nur ungern zurück. Dadurch wird auch klar, warum Microsoft Live nicht mit Google konkurrieren kann: Laut Alexa.com, (Alexa Internet ist ein Serverdienst, der sich als Suchmaschine tarnt. Tatsächlich werden Daten über Webseitenzugriffe durch Web-Benutzer gesammelt und es werden statistische Erhebungen angestellt) rangiert Google unter den ganz schnellen, wobei die durchschnittliche Ladezeit gerade mal unter einer Sekunde liegt, verglichen mit 2,5 Sekunden für die Suchseite von Microsoft.

Ein Leistungsproblem mag sich erst manifestieren, wenn die Seite die Feuertaufe der praktischen Anwendung bestehen muss. Ein aktuelles Beispiel: Vor Kurzem veranstaltete CodeGear – ein 100%iges Tochterunternehmen von Borland – die virtuelle Code-Rage-Konferenz für seine Entwickler. Das Zeitalter für virtuelle Konferenzen ist angebrochen, insbesondere, da uns die ökologischen Folgen der Reisetätigkeit immer bewusster werden. Leider hatte CodeGear aber nicht überprüft, ob genügend Bandbreite vorhanden war…


Auch die Bandbreite muss reichen

Web-Design kontra Web-Leistung

Tausend und mehr Entwickler haben versucht, sich bei CodeGear in die Konferenz einzuloggen – und nichts funktionierte richtig. “Der Klang war abgehackt und verzerrt. Ich weiß nicht, ob es Video geben sollte. Es war die ganze Zeit alles schwarz”, meinte ein Teilnehmer. “Ich warte auf die Wiederholungen”.

Welche Leistung ist also gut genug? Lerdorf zeigte eine Anwendung, die 17 Requests pro Sekunde bei einer Latenzzeit von 284 Millisekunden bot. Latenzzeit ist die Zeit zwischen Request und Antwort. Seine Meinung: “284 Millisekunden ist verdammt miserabel”.

Er identifizierte den Engpass mit einem Profiler, optimierte die Anwendung und die Leistung stieg auf 1100 Requests pro Sekunde mit einer Latenzzeit von 3,6 Millisekunden. Das Profilieren von Code kann viel bringen, ist aber dennoch zwecklos, wenn die Bandbreite das Problem ist.

Entscheidend ist, dass Leistung eine leicht messbare Eigenschaft ist. Profilieren und Belastungstests mögen zwar nervtötend sein, aber auf alle Fälle genauso wichtig wie das Web-Design, wenn man die Nutzer bei Laune halten und wieder auf seine (Web)-Seite locken will.