BKA propagiert das “hochprofessionelle” Hacken

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Der Präsident des Bundeskriminalamtes bewies in einem weiteren Interview, was er von Hacken und Online-Durchsuchungen versteht. Jörg Ziercke sollte sich mal neue Spickzettel geben lassen.

Nein, wenn die Polizei eine Online-Durchsuchung durchführt, ist das natürlich “kein Hacking”, denn “Hacker nutzen Sicherheitslücken aus, um Computersysteme anzugreifen”. Außerdem gehen sie “üblicherweise ziellos vor, das heißt tausende PC werden gleichzeitig attackiert in der Hoffnung, dass zumindest einige der Zielsysteme noch nicht über die neuesten Sicherheitsupdates verfügen”.

Da ist die von ihm und seinem Schnüffelminister Schäuble gewünschte Online-Durchsuchung natürlich was ganz anderes, nämlich “ein polizeiliches Werkzeug, das im Einzelfall gegen tatverdächtige Schwerstkriminelle zum Einsatz kommen kann – kontrolliert und hochprofessionell”.

Wie das technisch überhaupt ablaufen soll, kann der hochprofessionelle Behördenchef im Gespräch mit der tageszeitung “natürlich nicht öffentlich erläutern”.

Wie in früheren Interviews wirbelt er erneut den Home-PC und “die Weiten des World Wide Web” durcheinander, so dass am Ende nicht einmal klar ist, wo die Online-Durchsuchungen überall stattfinden sollen.

Einen schlüssigen Hintergrund zum Mythos Online-Durchsuchung gibt es damit noch immer nicht. Klar ist nur eins: Die Verfechter des Obrigkeitsstaats pfeifen auf die Grundrechte ihrer Untertanen und wollen sich vorsorglich alles an Überwachungsmaßnahmen genehmigen lassen, was vielleicht einmal technisch realisierbar sein könnte.

(bk)

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