Symantec-Chef fordert lebenslänglich für Virencoder

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Der Chef der US-Sicherheitsfirma Symantec befürwortet lebenslange Haftstrafen für Programmierer von Computerviren. Zugleich fordert er Gebühren für E-Mail zur Bekämpfung von Spam.

Diese Aussagen macht John W. Thompson in einem heute veröffentlichten Interview in der in Zürich erscheinenden “SonntagsZeitung”. Diese zitiert den 57-jährigen Amerikaner mit den Worten: “Man müsste die Urheber von Viren lebenslang wegsperren.” Als Beispiel nennt der seit sieben Jahren bei Symantec als CEO amtierende Thompson den Verursacher des Virus “Love Bug” im Jahr 2000. Dieser habe einen Milliardenschaden verursacht, sei aber kaum 24 Stunden in Haft gewesen.

Ein weiteres Problem sei, dass E-Mail heute gratis sei. Um Spam wirksam zu bekämpfen, müssen laut Thompson finanzielle Barrieren gegen den Massenversand elektronischer Briefe errichtet werden. Er plädiere nicht für eine generelle E-Mail-Gebühr: “Aber wenn jemand außerordentlich viel E-Mails verschickt, vielleicht 50 oder 100 am Tag, sollten die Internetanbieter der Versender diesen dafür Rechnung stellen.” Der Symantec-CEO rechnet sich aus, dass es für Spammer unter diesen Vorzeichen finanziell uninteressant wäre, E-Mail-Massenwerbung zu verschicken.

In dem Interview wirft Thompson Microsoft direkt vor, mit unfairen Mitteln in den Markt für Antiviren- und Sicherheitssoftware einzusteigen. Microsoft sei in diesem Geschäft willkommen, so lange der Konzern mit gleich langen Spießen kämpfe. “Aber wir kämpfen nicht gegen einen Monopolisten, der zudem schummelt. Wir erlauben es nicht, dass unsere Kunden hinters Licht geführt werden oder dass Wettbewerbsbehörden ein falsches Bild über die Marktsituation vermittelt wird”, wird Thompson zitiert. (dbm)

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